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Gauck nennt DDR „Unrechtsstaat“

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Bundes­prä­si­dent Joachim Gauck hat bei einem Festakt in Leipzig die fried­liche Revolu­tion vor 25 Jahren gewür­digt und an das Unrecht in der DDR erinnert. Dort habe ein Klima der Angst und Ohnmacht geherrscht.Flagge und sprach von Willkür in de„Die DDR war ein Unrechts­staat, es gab keine unabhän­gige Gerichts­bar­keit“, sagte Gauck am Donnerstag im Leipziger Gewand­haus. „Willkür regierte das Land.“ Den Begriff „Unrechts­staat“ hatte Gregor Gysi, Chef der Links-Fraktion im Bundestag, kürzlich zurück­ge­wiesen.Gauck betonte laut Redema­nu­skript: „Hier und heute sagen wir es noch einmal ganz deutlich: kein 9. November ohne den 9. Oktober. Vor der Einheit kam die Freiheit.“ In seiner „Rede zur Demokratie“ würdigte Gauck auch die DDR-Bürger, die dem Staat den Rücken kehrten. Damals habe auch er selbst dies nicht so gesehen, sagte Gauck. „Wir fühlten uns damals von ihnen im Stich gelassen.“ Erst später habe man begriffen, dass auch diese Menschen große Bedeu­tung für die Delegi­ti­mie­rung der DDR besaßen. Auch mehrere Kinder Gaucks verließen die DDR in Richtung Bundes­re­pu­blik.   Der Bundes­prä­si­dent hatte zu den Feiern in Leipzig die Präsi­denten Polens und Ungarns, Tsche­chiens und der Slowakei einge­laden. Unter den Gästen waren auch der ehema­lige Bundes­au­ßen­mi­nister Hans-Dietrich Genscher und sein früherer US-Kollege Henry Kissinger.