- Mit so einem großen Feuerwehr-Fahrzeug ist der der Rettungssanitäter während einer Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn geblitzt worden (Symbolbild).
Geblitzter Feuerwehrmann: „Ich wusste nicht, dass ich mit Blaulicht nur 20 km/h schneller fahren darf!“
Das Blitzer-Foto des freiwilligen Feuerwehrmanns Ray Lange aus Taucha sorgt weiter für Diskussionen. Der 55-jährige Rettungssanitäter - er fährt übrigens auch beruflich ständig mit Blaulicht - ist bei einer Einsatzfahrt im Drehleiter-LKW (mit Blaulicht und Martinshorn!) mit gut 70 km/h in einer Baustelle geblitzt worden, wo nur 30 erlaubt waren.
Tauchas Bürgermeister Tobias Meier wollte ihm zwar die 340 Euro Bußgeld (ohne Gebühren) und zwei Punkte erlassen, verlangte dafür aber eine Spende von 350 Euro an eine Einrichtung für Verkehrserziehung. Denn mehr als 20 Sachen seien aus Sicherheitsgründen einfach zu viel. Das handhabe man in Taucha schon ewig so und die erfahrenen Kameraden der Feuerwehr wüssten das auch. Weil Lange ablehnte, kommt die Sache demnächst wohl vor Gericht.
„Das Ehrenamt wird mit Füßen getreten!“
Lange ist daraufhin nach über 30 Dienstjahren aus der Feuerwehr ausgetreten. „Von dieser 20-km/h-Regelung habe ich noch nie etwas gehört, zum ersten Mal in ihrem Interview mit dem Bürgermeister“, erklärt er. Genau wie alle Kameraden die er kenne. Oder sein Wehrleiter. Der hat auch direkt hingeworfen. Das Ehrenamt der Feuerwehr werde vom Bürgermeister und den Mitarbeitern der Stadt bzw. des Ordnungsamtes mit Füßen getreten, sagen sie.
„Ich habe niemanden gefährdet“, betont Lange kopfschüttelnd. Man hätte sich die Gegebenheiten vor Ort ja auch mal genau anschauen müssen. Alles sei gut einsehbar gewesen und daher habe er auch niemanden gefährdet. Der Bürgermeister hatte noch argumentiert, dass direkt nach der Baustelle eine Kreuzung käme, die von vielen Schülern genutzt wird. „Natürlich habe ich dort dann abgebremst“, sagt der langjährige Fahrer. Seine komplette Erklärung können Sie sich hier unten anhören.
