Geburtskliniken verschärfen Maßnahmen – keine Begleitperson mehr bei der Geburt
Geburtskliniken in Leipzig haben ihre Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verschärft. In der Uniklinik Leipzig darf bei der Entbindung nun keine Begleitperson mehr dabei sein. Das schreibt die Klinik auf ihrer Homepage. Ebenso sei auf der Wöchnerinnenstation kein Besuch erlaubt und werde nur in absoluten Ausnahmefällen genehmigt. Diese Maßnahmen gelten seit Samstag auch für das St. Georg-Klinikum, sagte uns eine Sprecherin. Nach unseren Informationen darf auch an der Geburtenklinik im St. Elisabeth-Krankenhaus jetzt keine Begleitperson mehr im Kreißsaal dabei sein.
An den Maßnahmen gibt es Kritik. So wurde eine Petition gestartet, in der gefordert wird, dass der Besuch von Angehörigen für Schwangere zugelassen wird.
Mehrere Fachgesellschaften und -verbände hatten die Tage zuvor bereits Kritik geäußert. Werdende Väter oder andere Angehörige seien eine unverzichtbare Unterstützung bei Geburten. In Kliniken bundesweit gibt es Einschränkungen in Kreißsälen
Update, Montag 14:39 Uhr
Bei der Stadt häufen sich zu dem Thema die Anfragen. Ein Stadtsprecher sagte, es sei keine Entscheidung der Stadt bzw. Gesundheitsamtes gewesen. Am Nachmittag hat die Uniklinik eine Mitteilung an Medienvertreter geschickt mit der Begründung ihrer Maßnahmen. Der Wortlaut:
Schweren Herzens haben die Geburtsmediziner des UKL entschieden, jetzt auch keine werdenden Väter und andere Begleitpersonen mehr zur Geburt zuzulassen. „Das ist die logische Konsequenz aus allen Schutzmaßnahmen“, erklärt Prof. Holger Stepan, Direktor der UKL-Geburtsmedizin. „Eine Geburt dauert in der Regel mehrere Stunden. Wir können nicht sicherstellen, dass die Väter über diese gesamte Dauer kein Infektionsrisiko für unsere Mitarbeiter, werdende Mütter oder Neugeborene darstellen“. Diese schwere Entscheidung wurde in Abstimmung mit allen Leipziger Entbindungskliniken getroffen, da alle vor der gleichen Herausforderung stehen. „Das ist keine leichte Situation, auch nicht für uns“, so Stepan. Die Entwicklung der Infektionszahlen verlange diese medizinische Entscheidung. „Unser Team in der Geburtsmedizin ist aber weiterhin komplett an Bord und wird versuchen, die Begleitpersonen so gut es geht zu ersetzen“, so Stepan. „Es wird immer jemand an der Seite der Gebärenden sein.“