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Gesine Oltmanns wird am Mittwoch Leipziger Ehrenbürgerin

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Die im Erzgebirge geborene Gesine Oltmanns (lebt seit 1983 in Leipzig) soll heute Abend im Alten Rathaus von Leipzig die Ehrenbürgerwürde der Messestadt verliehen werden. Das ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Zur Begründung hieß es, Oltmanns habe sich jahrzehntelang für Leipzig engagiert, setze sich für die europäische Idee ein und sei gegen Rechtsradikalismus. Der Stadtrat hatte die Ehrung trotz einiger Gegenstimmen zuletzt mehrheitlich beschlossen. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer werde das Engagement Oltmanns mit einer Rede würdigen, heißt es.

Oltmanns äußerte sich schon als Schülerin in der DDR gesellschaftskritisch, weshalb ihr Studium und Berufsausbildung verwehrt blieben. Ab 1983 war sie Mitglied in verschiedenen Leipziger Menschenrechtsgruppen. Mit der Kirche gestaltete sie 1989 die Friedensgebete in der Nikolaikirche mit, aus denen die berühmten Montagsdemonstrationen hervorgingen, die schließlich zum Fall der Mauer beitrugen.

Seit 1832 hat Leipzig 90 Personen zu Ehrenbürgern ernannt. Einigen wurde sie jedoch später wieder aberkannt: Adolf Hitler, Wilhelm Frick, Hans Frank, Walter Ulbricht, Paul von Hindenburg und 2010 noch Prof. Dr. Karl Binding.