Geständnis im Görlitzer Mordprozess - Angeklagter räumt Tat ein
Erstes Geständnis im Görlitzer Mordprozess. Der Angeklagte Stephan K. hat die Tat eingeräumt. Der Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft sei zutreffend, erklärte Verteidiger Ulf Israel heute Morgen vor dem Landgericht Görlitz. Die Mitangeklagte Anne-Kathrin H. hat sich bislang nicht geäußert.
Das Görlitzer Pärchen soll im Februar einen 24-jährigen Nieskyer bewusstlos geschlagen und erstickt haben. Anschließend wurden von seinem Konto 2.000 Euro abgehoben. Laut den Ermittlungen wollte sich das Pärchen nach Tschechien absetzen – mit dem Sohn von Anne H. Sie sollen deshalb die Entführung des Kindes geplant haben. Dazu kam es nicht. Zwei Tage zuvor wurden die Beiden in einem Unterschlupf in Weigsdorf-Köblitz festgenommen.
Ein Kriminaltechniker schilderte heute, wo der ermordete Nieskyer gefunden wurde. Die Leiche befand sich in einer Wohnung in Görlitz-Weinhübel, in die der 24-Jährige laut den Ermittlungen von der Angeklagten gelockt worden war. Polizisten entdeckten die Leiche hinter Vitrinenschränken versteckt. Der tote Nieskyer war an einen Stuhl mit Klebeband und Kordeln gefesselt, über seinen Kopf waren mehrere Plastiktüten gestülpt. Die Mordtat geschah im Wohnzimmer. Polizisten sicherten fast 800 Spuren.
Das Interesse der Öffentlichkeit am Prozess ist ungebrochen. Schon mehr als eine Stunde vor Verhandlungsbeginn bildete sich eine Schlange vor der Einlasskontrolle. Angehörige, Freunde und Bekannte verfolgten die Verhandlung.