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Bauhaus-Silke sucht Bauhaus-Jan: Happy End in Leipzig?

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Silke Brückmann ist Anfang 50, lebt in Thüringen und steckt voller Energie. Sie richtet Wohnungen ein, die verkauft werden sollen – Homestaging nennt sich das – und organisiert nebenbei Events. Eine Frau, die das Leben kennt, viel gesehen hat, lange im Ausland war, in der Pfalz gelebt hat und irgendwann wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Und jetzt sucht sie nicht irgendwen – sondern genau ihn: Jan.

Es beginnt mit einer Türklingel

Der 30. März war eigentlich ganz unspektakulär geplant. Silke wollte ins Bauhausmuseum nach Dessau – ein bisschen Architektur anschauen, durch die Meisterhäuser schlendern. Doch als sie vorm zweiten Haus stand, kam ihr das Ganze merkwürdig vor: „Ich hab' gedacht, ist das jetzt privat oder gehört das noch zum Museum? Ich hab dann geklingelt, und die Frau vom Museum hat gesagt, ja, das ist Teil der Ausstellung.“

Kurz darauf stand plötzlich ein Mann neben ihr – gleiche Frage, gleiche Unsicherheit, gleiches Lächeln. „Wir mussten beide lachen, weil wir offenbar denselben Gedanken hatten. Und irgendwie war da direkt so eine Sympathie.“

Vom Bauhaus zum Bauchgefühl

Die beiden machten den Rundgang gemeinsam. Und es ging nicht nur um Architektur. Es ging um Erinnerungen. Um DDR-Zeiten, Simson-Mopeds, Reisen, alte Häuser. Und vor allem um alte Schalter. „Diese Retro-Schalter aus Bakelit – die kennt man nur, wenn man aus dieser Zeit stammt. Und genau da haben wir angefangen zu reden. Er kannte sich auch total aus.“

Jan, der Mann mit dem grauen Haar, dem charmanten Lächeln, war handwerklich begabt – genau wie Silke. Sie restauriert alte Häuser, liebt es, den Charme alter Dinge wieder zum Vorschein zu bringen. „Wir haben uns über Fenster unterhalten, die 100 Jahre alt sind und immer noch funktionieren. Und wir haben uns daran gefreut. So richtig kindlich. Das hat gepasst.“

Ein Mann wie kein anderer

Was sie an ihm fasziniert hat? „Seine ruhige, freundliche Art. Und dass er so vielseitig interessiert ist. Wir haben über Reisen gesprochen, über seine Söhne in den USA, über Einbauschränke oder über den Flohmarkt in Leipzig. Er hat mir im Museumsshop sogar ausführlich eine Kaffeemaschine erklärt – für viele banal, aber ich liebe sowas!“

Ohne Nummer, aber mit Namen

Und dann? War es auch schon vorbei. Er musste nach Leipzig, sie nach Suhl. „Wir hatten gar keine Zeit mehr, uns auszutauschen. Ich hab mich nicht getraut, nach der Nummer zu fragen. Ich wusste ja nicht – hat er eine Frau? Eine Familie? Ich wollte einfach nicht übergriffig sein.“

Kurz vor dem Abschied dann doch noch: „Wie heißt du eigentlich?“ – „Jan“, sagte er strahlend. „Ich bin Silke. Gute Fahrt.“ Und weg war er.

Jetzt oder nie: Ein Aufruf an Jan

Silke ist mutig. Und sie hat sich entschlossen, diesem Gefühl noch eine Chance zu geben. Deshalb sitzt sie heute hier bei uns im Radio-Leipzig-Studio. Nicht weil sie einsam ist, sondern weil sie glaubt, dass da etwas Besonderes passiert ist. „Ich hab` sonst nie sowas gemacht. Ich war lange in einer Beziehung, aber jetzt ist mein Leben sortiert. Und ich dachte: Warum eigentlich nicht?“

Jan ist ungefähr 1,78 groß, um die 50, graue Haare, trug eine bräunliche Jacke, Jeans, war mit dem Wohnmobil unterwegs – mit Alkoven. Er lebt in Leipzig, in der Nähe eines Parks, in dem angeblich manchmal jemand Trompete spielt. Und er ist handwerklich begabt – vielleicht sogar selbstständig mit Werkstatt. 

Was Silke Jan sagen will

„Ich will einfach Danke sagen – für diesen schönen Nachmittag. Du warst so aufmerksam, hast mir so viel erklärt, warst richtig warmherzig. Ich hoffe, du erinnerst dich daran – es war so ruhig im Museum, wir hatten fast alles für uns allein.“

Und was, wenn Jan das hier liest oder hört? „Dann würde ich sagen: Meld´ dich einfach. Vielleicht trinken wir einen Kaffee. Oder gehen zusammen auf den Flohmarkt. Ich bin offen für alles. Es muss nichts sein – aber ich würde es bereuen, es nicht wenigstens versucht zu haben.“

Audio:

Im Gespräch mit Radio Leipzig lässt Silke ein Treffen Revue passieren, das sie nicht mehr loslässt – mit einem Mann namens Jan.