Görlitzer Mordprozess fortgesetzt
Sie sollen einen 24-jährigen Nieskyer ermordet haben, um an sein Auto und an sein Geld zu kommen. Der Tat sorgte für großes Entsetzen. Seit Anfang August wird den beiden Angeklagten in Görlitz der Prozess gemacht. Während der 34-Jährige bereits sein Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt hat, hüllt sich seine Ex-Freundin in Schweigen. Die 24-Jährige verweigert die Aussage. Heute wurden weitere Zeugen vernommen, u.a. der Haftrichter und der Vater des Sohnes der Angeklagten. Und auch heute waren wieder fast alle Zuschauerplätze besetzt.
Dem Haftrichter wurden die zwei Görlitzer vorgeführt, nachdem die Polizei sie in einer Wohnung in Weigsdorf-Köblitz festgenommen hatte. Der Angeklagte soll damals alle Schuld auf sich genommen haben. Seine Freundin versuchte er zu schützen. Sie habe nichts mit der Tat zu tun. Die Angeklagte sagte dem Haftrichter, dass sie in die Wohnung gekommen sei, als das Opfer schon blutüberströmt und gefesselt auf dem Stuhl saß. Sie sei zusammengebrochen und habe die Wohnung wieder verlassen.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Beiden weiter vor, dass sie nach der Tat den knapp eineinhalb Jahre alten Sohn der Angeklagten entführen und den leiblichen Vater in einem Wald an der tschechischen Grenze – angebunden an einem Baum – zurücklassen wollten. Der Vater des kleinen Ben sagte heute aus.
Er schilderte die Beziehung zu der Angeklagten. Rund drei Jahre war er mit ihr zusammen. In dieser Zeit hatte sie auch andere Männerbekanntschaften. Im September 2015 kam Ben zur Welt. Er lebte zunächst bei ihr. Als er seinen Sohn sehen wollte, soll sie von ihm Geld gefordert haben. Daraufhin schaltete er das Jugendamt ein, das schließlich ihm das Sorgerecht zusprach.
Daraufhin folgten wüste Drohungen per SMS. „Ich lasse dich verschwinden“ oder „Ich zünde dir das Haus an“- um nur einige zu nennen. Der Vater erstattete Anzeige. Anfang 2017 wurde der Mutter verboten, Kontakt zu ihm und zu ihrem Sohn aufzunehmen. Wenige Tage später geschah der Mord. Danach sollte Ben entführt werden. Die Polizei durchkreuzte den Plan mit der Festnahme.
Der Prozess wird morgen fortgesetzt.