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Großrazzia mit SEK und GSG 9 gegen Schutzgeld-Erpresser

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Die Staats­an­walt­schaft Dresden und das Landes­kri­mi­nalamt Sachsen haben im Kampf gegen Organi­sierte Krimi­na­lität seit den frühen Morgen­stunden zahlreiche Wohnungen und Gebäude in Dresden, Leipzig, Pirna, Radeberg und den Bundes­län­dern Thüringen und Rhein­land-Pfalz durch­ge­führt. Zehn Durch­su­chungen in DresdenDen Schwer­punkt des Einsatzes bildete Dresden: Zehn Durch­su­chungen gab es laut LKA in der Landes­haupt­stadt. Nach unseren Infor­ma­tionen waren insbe­son­dere Unter­künfte an der Florian-Geyer-Straße in der Dresdner Johann­stadt im Fokus. Fünf Objekte wurden in Leipzig durch­sucht, u.a. auf der Wurzener Straße. Zwei Durch­su­chungen gab es in Pirna und zwei in Radeberg. In Thüringen wurden 2 Objekte in Gotha durch­sucht, ein Objekt in der Stadt Konz in Rhein­land-Pfalz.In der Dresdner Johann­stadt fuhren am Mittwoch­morgen an der Florian-Geyer-Straße zahlreiche Einsatz­fahr­zeuge vor, Einsatz­kräfte durch­suchten das Gebäude. Auch am Vormittag war die Polizei in dem Plattenbau in der Johann­stadt im Einsatz. Wie unser Reporter beobach­tete, wurden mindes­tens zwei Männer in Handschellen abgeführt, Kisten wurden aus dem Gebäude getragen. Auch ein Mercedes wurde abgeschleppt und sicher­ge­stellt.300 Beamte im EinsatzZur Ergrei­fung und Verhaf­tung mehrerer Beschul­digter kamen Sonder­ein­satz­kräfte (SEK) und die Spezi­al­ein­heit GSG 9 zum Einsatz, da von einem hohen Gewalt­po­ten­tial der Tatver­däch­tigen ausge­gangen werden musste, hieß es vom Landes­kri­mi­nalamt. Insge­samt 300 Polizisten, darunter 100 SEK-Beamte waren im Einsatz, sagte Claus Bogner von der Dresdner Staats­an­walt­schaft auf unsere Anfrage.Es seien neun Verdäch­tige festge­nommen worden, gegen die ein Haftbe­fehl vorlag. Ein Verdäch­tiger konnte flüchten, auch gegen diesen liegt ein Haftbe­fehl vor. Ein Verdäch­tiger leistete Wider­stand, er wurde bei der Festnahme leicht verletzt. Vier Haftbe­fehle wurden noch am Mittwoch in Vollzug gesetzt, die anderen Verdäch­tigen sollen am Donnerstag vor den Haftrichter. Bei den Verdäch­tigen handelt es sich ausschlie­ß­lich um Männer im Alter zwischen 21 und 48 Jahren. Die Verdäch­tigen stammen überwie­gend aus Tsche­tsche­nien (11 Verdäch­tige), zudem gehören zu der Gruppe zwei Russlan­deut­sche, ein Ukrainer, ein Armenier und ein Kasache. Erpres­sung von Russen mit massiver Gewalt und Waffen­ein­satzBei ihren Taten, insbe­son­dere Erpres­sungen von in Deutsch­land lebende Russen, agierten die Täter mit massiven Drohungen, hieß es. Oftmals schreckten sie auch vor brutaler Gewalt und dem Einsatz von Waffen nicht zurück. Ziel war es laut LKA in jedem Fall, durch die Erpres­sungen größere Mengen Geld zu erlangen. Damit bestritten die Täter offen­kundig auch einen großen Teil ihres Lebens­un­ter­haltes.Es sei davon auszu­gehen, dass es sich hier um Organi­sierte Krimi­na­lität handelt, welche bereits seit einiger Zeit im gesamten Bundes­ge­biet Bedeu­tung erlangt hat, hieß es vom LKA. Einen Zusam­men­hang zu einer Anti-Terror-Razzia vor wenigen Tagen in Thüringen, bei der auch gegen Tsche­tschenen ermit­telt wurde, gebe es nicht, sagte Bogner.Im Rahmen des Einsatzes wurden insge­samt 22 Objekte, meist Wohnungen und auch zwei Asylbe­wer­ber­heime, sowie diverse Neben­ge­lasse durch­sucht, teilte das LKA mit.Dabei wurden unter anderem mehrere Computer, Tablets und Notebooks, diverse Daten­träger, Handys, Unter­lagen und Akten, fünf Fahrzeuge, diverse Waffen und mehrere tausend Euro Bargeld sicher­ge­stellt.LKA-Präsi­dent Jörg Michaelis: „Gerade in Zeiten, in denen die Maßnahmen zur Abwehr der Terror­ge­fahr einen Schwer­punkt der krimi­nal­po­li­zei­li­chen Arbeit bilden, dürfen wir den tradi­tio­nellen Krimi­na­li­täts­fel­dern, insbe­son­dere der OK, keine Freiräume zur Entfal­tung lassen. Daher hat dieser Einsatz auch eine Signal­wir­kung.“(Redak­tio­neller Hinweis: Artikel wurde am Nachmittag um neue Infor­ma­tionen von LKA und Staats­an­walt­schaft ergänzt.)

Audio:

Claus Bogner von der Staats­an­walt­schaft Dresden im Inter­view