++ EIL ++

Grüne: Schwarz-Rot muss bei Braunkohle Farbe bekennen

Zuletzt aktualisiert:

Für die sächsi­schen Grünen gilt der Ausstieg aus der Braun­kohle längst als abgemacht. Doch in einem Braun­koh­le­land wie Sachsen wird die Diskus­sion darum härter geführt als anderswo. Die sächsi­schen Grünen haben von der Regie­rung des Freistaates Reali­täts­sinn beim Thema Braun­kohle einge­for­dert. Der Kohle­aus­stieg sei auch mit dem nun gestutzten Klima­schutz­plan 2050 der Bundes­re­gie­rung nicht vertagt worden, sagte der Landtags­ab­ge­ord­nete Gerd Lippold am Montag in Dresden und warnte vor Fehlin­ter­pre­ta­tionen. Der Umstand, dass ein Verbot von Tagebau­er­wei­te­rungen und Kraft­werks­neu­bauten nicht mehr im Plan enthalten sei, bedeute keines­wegs eine Abkehr vom Kohle­aus­stieg. Lippold erinnerte daran, dass die Energie­wirt­schaft ihren Kohlen­di­oxid-Ausstoß von derzeit knapp 360 Millionen Tonnen pro Jahr bis 2030 halbieren muss. Das führe zwingend dazu, dass etwa die Hälfte der heute bereits zum Abbau geneh­migten Kohle dauer­haft im Boden bleibe - anders wäre die Vorgabe gar nicht zu erfüllen. Alte Kraft­werks­blöcke müssten vom Netz gehen. Die Menschen in den Revieren hätten ein Recht darauf, dass ihnen die Landes- und Bundes­po­litik reinen Wein einschenkt. „Die Leute wollen wissen, wohin die Reise geht.“ Vor allem SPD-Wirtschafts­mi­nister Martin Dulig sieht Lippold als „obersten Bergmann“ des Freistaates in der Pflicht. Dulig könne sich nicht auf der einen Seite als Vertreter erneu­er­barer Energien darstellen und anderer­seits dem fossilen Energie­träger Braun­kohle das Wort reden. Die Bundes­de­le­gier­ten­kon­fe­renz der Grünen hatte sich am Sonntag in Münster dafür ausge­spro­chen, den Kohle­aus­stieg schon bis 2025 zu vollziehen. „Diese Zielset­zung ist die logische Konse­quenz aus den Zielen des Klima­ver­trags von Paris, den auch die Bundes­re­pu­blik ratifi­ziert hat. Sie werden in den nächsten Jahren noch zu einer Nachschär­fung des natio­nalen Klima­schutz­plans führen müssen. Je früher wir die Kohle­ver­stro­mung beenden, desto mehr Spiel­raum bekommen wir für den Wandel in allen anderen Sektoren“, erklärte der sächsi­sche Grünen-Chef Jürgen Kasek am Montag in Dresden.  Die Sachsen-CDU hatte sich unlängst auf einem Parteitag in Glauchau erneut zur Braun­kohle bekannt. Man brauche sie als „einzige konkur­renz­fä­hige, sicher verfüg­bare und grund­last­fä­hige Energie­res­source sowie als Rohstoff der chemi­schen Indus­trie“, hieß es in einem vom Parteitag beschlos­senen Antrag. (dpa)