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Herzlos: Stadtrat stimmt gegen schnelle Barrierefreiheit

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Bloß keine Eile bei dringenden Geschäften! So sah es an Mittwochnachmittag der Leipziger Stadtrat, als es um einen Beschlussvorschlag der CDU-Fraktion zu den öffentlichen Toiletten ging. Wir hatten diese Woche ja auch schon mehrfach über die vielen wegen Vandalismus geschlossenen Anlagen in der Leipziger Innenstadt berichtet.

Die CDU hatte vorgeschlagen, schnellstmöglich barrierefreie Toiletten am Marktplatz und an der Westseite des Bahnhofes zu errichten. „Barrierefreiheit ist laut Uno ein Menschenrecht“, begründete CDU-Stadtrat Konrad Riedel den Vorstoß.

Den meisten Stadträten war das offenbar egal: 30 von 56 stimmten gegen den Neubau von zwei behindertenfreundlichen Toiletten. Die meisten vertrauten darauf, dass die Verwaltung ja sowieso gerade ein neues Toiletten-Konzept für die ganze Stadt erarbeiten würde. Darauf können wir noch Jahre warten, schimpfte Riedel. Das sei schon in den letzten fünf Jahren versprochen worden - ohne das letztlich etwas passierte. Es nützte dennoch nichts. Die Not der Notdurft blieb unerhört ...

Beschlossen wurde am Mittwoch immerhin mit großer Mehrheit die Prüfung eines Heimwegtelefons. Also ein Leipzig-Service für Frauen, die nachts in der Stadt unterwegs sind und Angst haben. Und die Stadt soll prüfen, ob freie Vereine demnächst die Leipziger Sportstätten kostenlos für Breitensportangebote nutzen können.