Wurde im Hochhaus Feuer gelegt? Polizei ermittelt jetzt wegen Brandstiftung!
Nach dem Wohnungsbrand mit einem Toten am Donnerstagnachmittag in einem Hochhaus an der Philipp-Rosenthal-Straße in Leipzig, untersuchen Brandursachenermittler seit Freitagvormittag die Wohnung. Kurz nach 14 Uhr sagte uns ein Polizeisprecher auf Nachfrage: „Wir ermitteln wegen des Verdachts der Bandstiftung!“ Der Tote sei mittlerweile identifiziert - ein 40-jähriger Deutscher. Insgesamt habe es dazu rund ein Dutzend Leichtverletzte gegeben, darunter ein Neugeborenes.
Spurensuche im 14-geschossigen Hochhaus, in dem es auf jeder Etage neun Wohnungen gibt (1- bis 3-Raum). „Hier wohnen ganz normale Leute, kein bestimmtes Clientel“, erzählt ein Bewohner vorm Haus. Drin arbeiten erfahrene Männer der Spurensicherung. Ermittler der Kripo in Zivil befragen Nachbarn. Einer, der genau gegenüber der Brandwohnung wohnt, erzählt: „Ich hörte Hilfeschreie und als ich die Tür öffnete, sah ich, wie ein Mann aus der Wohnung rannte und um Hilfe schrie.“
Vielmehr aber auch nicht, denn dann habe er selbst die Beine in die Hand genommen und sei nach unten gerannt. „Aus der Wohnung quoll ja schon dicker Rauch und füllte den Hausflur.“ Zwei Türen weiter erzählt ein Mieter: „Der Rauchmelder schlug an, aber ich dachte mir erst nichts dabei, weil das zuletzt öfter passierte.“ Er habe aber durch den Türspion geschaut und dann den dicken Qualm bemerkt. „Da hab' ich auch schnell meinen Schlüssel genommen und bin über die Feuertreppe nach unten gerannt.“
In Frage kommt aber auch fahrlässige Brandstiftung: Hinter der Wohnungstür stand zum Beispiel ein E-Roller, der noch an der Steckdose hing (siehe Foto).
Den Verstorbenen habe hier keiner gekannt, heißt es von den direkten Nachbarn. Durch die Größe des Hauses sei hier natürlich alles ziemlich anonym und kaum jemand kenne die anderen Mieter. Die Brandwohnung wurde laut Polizei unbewohnbar. Ebenso die Wohnung darunter wegen dem herunter gelaufenen Löschwasser.