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  • Die sächsischen IHKs fordern ein Umdenken bei der Wirtschaftsförderung. Statt Unternehmen direkt zu unterstützen, soll das Geld in eine politisch unabhängige Stiftung fließen. Die investiert in sächsische Firmen und bekommt das Geld zurück, wenn Gewinne erwirtschaftet werden.

IHK: Zukunftsstiftung soll Wirtschaft voranbringen

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Mehr als 5.000 Industrie-Jobs sind in Südwestsachsen binnen eines Jahres verschwunden. Auch die Zahl größerer Industriebetriebe sank von 575 auf 549. Der Umsatz schrumpfte um 1,6 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Besonders hart trifft es zwei Schlüsselbranchen. Im Fahrzeugbau ging die Beschäftigung um 9,8 Prozent zurück, im Maschinenbau um sechs Prozent.

Jetzt setzen die sächsischen Industrie- und Handelskammern auf ein neues Instrument: die Zukunftsstiftung Sachsen.

Mehr als 100 Unterstützer

Noch ist die Stiftung ein Konzept. Die Idee entstand Ende 2024. Inzwischen stehen mehr als 100 Unternehmer und Unternehmen dahinter. Auf der Unterstützerliste finden sich unter anderem VNG, Staffbase, enviaM, Niles-Simmons-Hegenscheidt, die Metallgießerei Chemnitz und die Volksbank Chemnitz.

Einer der Initiatoren ist Bodo Rodestock, Mitglied des Vorstands der VNG AG Leipzig.

Rodestock sagte uns: „Die Stiftung soll in erfolgsversprechende Firmen investieren, sie groß machen und in Sachsen halten. Wir haben das Konzept langfristig geplant, wissenschaftlich untersuchen lassen und sind zum Ergebnis gekommen, dass das die besten Möglichkeit ist, die Wirtschaft im Freistaat stark zu machen. Wir brauchen einfach mehr unternehmerischen Geist in der Förderpolitik.“

Beteiligungen statt einmaliger Zuschüsse

Das Startkapital soll vor allem der Freistaat bereitstellen. Vorgesehen sind zusätzliche Mittel sowie bereits vorhandenes Geld aus dem Landeshaushalt. Wie groß der Kapitalstock am Ende wird, steht noch nicht fest.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Verwendung.

Bei klassischen, nicht rückzahlbaren Zuschüssen fließt die ausgezahlte Summe nicht automatisch an den Staat zurück. Die Stiftung soll dagegen als Mitinvestor auftreten. Sie stellt jungen, innovativen und wachsenden Firmen Kapital zur Verfügung und erhält dafür Beteiligungen. Laufen die Beteiligungen gut, fließt Geld zurück in die Stiftung – zum Beispiel durch Gewinne, Ausschüttungen oder den späteren Verkauf von Firmenanteilen. Dieses Geld soll dann wieder in andere Unternehmen investiert werden. Das Grundkapital der Stiftung soll erhalten bleiben.

Unabhängiger vom Landeshaushalt

Damit soll ein Finanzierungskreislauf entstehen. Einmal eingesetztes Geld kann zurückkommen und erneut genutzt werden.

Zugleich soll die Stiftung möglichst unabhängig von kurzfristigen politischen Entscheidungen und der jeweiligen Haushaltslage arbeiten. Unterstützt werden können Firmen aus allen Wirtschaftszweigen.

IHKs machen Druck

Die Präsidenten der IHKs Chemnitz, Dresden und Leipzig machen jetzt Druck. Sie haben Wirtschaftsminister Dirk Panter das Konzept vorgelegt und eine schnelle Umsetzung gefordert.

Beim Spitzengespräch zur Lage der sächsischen Wirtschaft schaffte es die Zukunftsstiftung bereits ins Ergebnispapier. Darin wird ausdrücklich empfohlen, das Modell zügig auf den Weg zu bringen.