- Erfinder Chris Walter (35) und sein Barista mit Roboter-Arm "Toto".
Toto ist da! Am Hauptbahnhof steht jetzt Leipzig coolster Kaffee-Automat
Haben Sie in letzter Zeit am Leipziger Hauptbahnhof auf den Zug gewartet und sich gewundert, warum sich eine Menschentraube um diesen leuchtenden Glaskasten bildet? Wir dürfen vorstellen: Das ist „Toto“, Leipzigs coolster Barista, der Ihnen in Zukunft die Wartezeit versüßt.
Vom Flughafen-Schreck zum Bahnhof-Star
Toto hat bereits eine kleine Skandal-Akte. Zuvor stand der Kaffee-Roboter nämlich am Flughafen Leipzig/Halle und sorgte dort für mächtig Furore. Sein Vergehen? Er war schlichtweg zu beliebt! Andere Mieter fühlten sich von dem fleißigen Roboterarm bedroht, also musste er seine Koffer packen.
Nun erobert er den Hauptbahnhof. Vor den Gleisen auf der Ostseite ist er kaum zu übersehen. Seit Mittwoch zieht er die Blicke der Menschen auf sich und serviert frischen Kaffee.
Ein Roboter im „Aquarium“
Der kreative Kopf hinter der Maschine ist der 35-jährige Leipziger Industriedesigner Chris Walter. Rund zweieinhalb Jahre hat er quasi in Vollzeit an dem Projekt getüftelt, geschraubt und programmiert. Wie das Ganze aussieht? Chris beschreibt es am besten selbst: „Stell Dir das vor wie so ein großes Aquarium, wo einfach ein Roboter drin sitzt“.
Hinter der Anlage steckt hochwertige Technik, die wie eine echte Siebträgermaschine arbeitet, mit ordentlich Wasserdruck den Espresso zieht und feinen Milchschaum zaubert. Zwischen einer und anderthalb Minuten dauert die kleine Roboter-Show, bis der dampfende Becher bereitsteht. Es gibt verschiedene Sorgen, der Preis liegt zwischen 3 und 5 Euro.
„Damit hätte ich nicht gerechnet“
Nachdem es im Flughafen nicht geklappt hat, wurde Chris mit Anfragen überlagert. Richtig glücklich war er, als sich der Hauptbahnhof gemeldet hatte und ihm den Standort anbot. „Es ist immer noch surreal, jetzt an so einem Ort zu sein“, sagte er. Und auch die Resonanz überraschte ihn: „Es kommt richtig gut an, damit hätte ich nicht gerechnet!“
Besonders bei den jüngsten Fahrgästen sorgt Toto für große Augen. „Ich find's immer voll süß, wenn kleine Kiddies an der Scheibe kleben und man sieht immer diese Fingerabdrücke ganz unten an der Scheibe“, lacht Chris. Sein Masterplan geht voll auf: Der Roboter lockt die Leute an, aber der erstaunlich gute Kaffee bringt sie dazu, wiederzukommen.
Gibt es bald noch mehr Roboter-Barista?
Toto soll nicht der einzige seiner Art bleiben. Der Erfinder tüftelt bereits an einer zweiten Maschine. Der Name steht auch schon fest: Momo! Aktuell wird er von Unternehemnsanfragen überschüttet. Sogar die Flughäfen Frankfurt und München hätten schon angeklopft.
Doch Chris hat noch einen ganz anderen, herzerwärmenden Traum für seinen „Toto 2.0“: Er würde die nächste Version gerne in der Notaufnahme eines Krankenhauses aufstellen, um den Menschen dort in schweren Stunden ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
