Indizien für Steinzeitmenschen bei Ausgrabungen in Leipziger Innenstadt
Ein Mittelalterlicher Kriegsschauplatz wird derzeit vor dem Neuen Rathaus ausgegraben. Bei den Ausgrabungen wurden Indizien gefunden, dass hier früher vor allem Handwerker ansässig waren. Gewerbe, die in der zugebauten Stadt Leipzig nicht gepasst haben, wie Tonbrennereien und Fleischereien.
Die Funde von verbrannten Ziegeln zeigen, dass die Häuser hier alle niedergebrannt wurden, um Platz für den schmalkadischen Krieg zu schaffen. Auch danach wurde die Stadt Leipzig immer wieder belagert, zum Beispiel im 30-jährigen Krieg und im 7-jährigen Krieg. Deswegen finden sich überall noch alte Musketenkugeln und Steinschlösser, die Auslöser der Gewehre vom 16. bis ins 18. Jahrhundert.
Überraschend für das 6-köpfige Ausgrabungs-Team sind Funde aus der Steinzeit. Lehmgruben und Keramik lässt darauf schließen, dass hier eine der ältesten Bauernsiedlungen in Sachsen stand. Einen Hinweis darauf, dass hier aber auch ein Stadtkern des frühen Leipzig war, erhärtet sich für die Wissenschaftler nicht.
Die Ausgrabungen an der Nonnenmühlgasse laufen noch bis Anfang Juni, dann soll hier ein Neubau mit Büros und Wohnungen entstehen.