JVA-Bauverzug: Freistaat kündigt Planer
Die Fertigstellung des Großgefängnisses in Zwickau-Marienthal verzögert sich weiter. Nach mehreren Verschiebungen ist nun auch das angepeilte erste Quartal 2025 nicht mehr zu halten, wie der Staatsbetrieb SIB am Montag in Dresden mitteilte. Wegen des Verzugs habe der Freistaat Sachsen dem Generalplaner gekündigt, „um weiteren Schaden von dem Vorhaben abzuwenden“. Der Zeitpunkt der Inbetriebnahme könne nunmehr erst nach Erstellung eines neuen Bauablaufplans eingeschätzt werden.
Auf dem ehemaligen Gelände des Reichsbahnausbesserungswerks werden sieben Hafthäuser, eine Sporthalle, Arbeitsbetriebe sowie ein Kultur- und Verwaltungsgebäude mit Besucherzentrum errichtet. Die bisher genehmigten, immer weiter gestiegenen Gesamtbaukosten betragen rund 303 Millionen Euro. „Eine weitere Kostenerhöhung ist zu erwarten.“
In der neuen JVA sollen 820 Gefangene untergebracht werden - 450 aus Sachsen und 370 aus Thüringen. Entsprechend der Plätze teilen sich beide Länder die Kosten. Der Neubau soll alte Gefängnisse ersetzen: die bisherige JVA in Zwickau, die in Hohenleuben in Thüringen und später auch die in Zeithain bei Riesa.