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Karstadt-Haus wird mehrere Jahre leer bleiben

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Karstadt in Leipzig ist Geschichte. Am Freitagnachmittag wurde der Ausverkauf beendet und damit einen Tag eher als geplant. Jetzt soll die Immobilie für die Übergabe vorbereitet werden.

Die Stadt bemüht sich seit langem in Gesprächen mit dem Eigentümer der Immobilie, Even Capita aus Luxemburg, um eine weitere Nutzung. In diesem Jahr sollen zunächst baurechtliche Fragen geklärt werden. Der anschließende Umbau des Hauses wird mindestens ein weiteres Jahr dauern, wie die Stadt mitteilte. Konkret bedeutet dies, dass das Gebäude etliche Jahre leer stehen wird.

Haus soll wieder mit Leben gefüllt werden

Der Mietvertrag war zu Ende März 2019 gekündigt worden, nachdem Karstadt eine Mieterhöhung von rund 68 Prozent nicht zahlen wollte. Bereits Ende August hatte Karstadt allen 230 Beschäftigten in Leipzig gekündigt. Seit vergangenem Oktober lief in dem Traditionshaus der Ausverkauf. "Wir hatten sehr vertrauensvolle Gespräche und sind uns mit dem Eigentümer einig, dass dieses Haus in bester Lage so schnell wie möglich weiterentwickelt und genutzt werden muss", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung. Eigentümer und Stadt würden sich eng abstimmen und alles tun, um das traditionsreiche Haus wieder mit Leben zu füllen. Der Eigentümer, der sich selbst nicht äußert, will das Gebäude nach Angaben der Stadt langfristig zu einem zentralen Publikumsmagneten im Zentrum der Leipziger Innenstadt entwickeln.

Die Stadt hatte in dieser Woche dem Eigentümer erste Überlegungen vorgestellt. Diese sehen weiterhin umfangreiche Einzelhandelsflächen in den unteren Etagen vor. Die denkmalgeschützte Fassade aus dem Jahr 1914 soll erhalten bleiben. Über die Nutzung der oberen Stockwerke sei aber noch keine Entscheidung gefallen, hieß es in einer Mitteilung.

Karstadt-Mitarbeiter klagen

Unterdessen wehren sich vor dem Arbeitsgericht Leipzig mehr als 50 Karstadt-Mitarbeiter gegen ihre Kündigung. Eine erste Klage war in der vergangenen Woche vom Gericht abgewiesen worden, weil es die Kündigung für begründet hielt (Az.: 3 Ca 2670/18). Am 22. Februar soll der nächste Fall verhandelt werden.