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Keine Revision - Hoeneß geht ins Gefängnis

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In einem spekta­ku­lären Entschluss hat Uli Hoeneß seine Haftstrafe von dreiein­halb Jahren wegen Steuer­hin­ter­zie­hung akzep­tiert. Zudem tritt Hoeneß mit sofor­tiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsi­dent und Aufsichts­rats­vor­sit­zender beim FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige am Freitag in einer persön­li­chen Erklä­rung mit."Nach Gesprä­chen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landge­richts München II in meiner Steuer­an­ge­le­gen­heit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauf­tragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persön­li­cher Verant­wor­tung. Steuer­hin­ter­zie­hung war der Fehler meines Lebens. Den Konse­quenzen dieses Fehlers stelle ich mich", hieß es in der Erklä­rung von Hoeneß.Die Münchner Staats­an­walt­schaft will Anfang der kommenden Woche entscheiden, ob sie ebenfalls auf eine Revision verzichtet, sagte Ken Heiden­reich, der Sprecher der Behörde. Staats­an­walt Achim von Engel hatte ein deutlich höheres Strafmaß von fünf Jahren und sechs Monaten für Hoeneß gefor­dert. Hoeneß wird seine Haft frühes­tens in einigen Wochen antreten müssen.Der Vereins­pa­tron des Club-Weltmeis­ters war wegen der Hinter­zie­hung von mindes­tens 28,5 Millionen Euro in einem der spekta­ku­lärsten Steuer­pro­zesse Deutsch­lands verur­teilt worden.Wie die Nachfolge in den Spitzen­äm­tern geregelt wird, ist offen. Im Gespräch für die Hoeneß-Posten sind der langjäh­rige Finanz­vor­stand und jetzige Vizeprä­si­dent Karl Hopfner (61) und der frühere bayeri­sche Minis­ter­prä­si­dent Edmund Stoiber (72). Beide gehören dem mit hochka­rä­tigen Wirtschafts­füh­rern besetzten Aufsichtsrat der FC Bayern München AG an. Der Autobauer Audi, der Sport­ar­ti­kel­her­steller Adidas und der Versi­che­rungs­kon­zern Allianz sind sogar Anteils­eigner.