Klima-Extremisten kleben sich an Gemälde im Zwinger

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Im Dresdner Zwinger haben sich am Dienstagmittag zwei Mitglieder der "Letzten Generation" mit Sekundenkleber an einem der berühmtesten Gemälde festgeklebt: Raffaels "Sixtinischer Madonna".

Dafür überwanden die 21 Jahre alte Frau und der 28 Jahre alte Mann zunächst die Absperrung vor dem Bild, sagte uns eine Sprecherin der Staatlichen Kunstsammlungen. Als daraufhin der Alarm losging, räumten Sicherheitsleute den Raum. Die Aktion an dem berühmten Gemälde solle verdeutlichen, dass die Klimakatastrophe nicht mehr zu ignorieren sei, sagte die Sprecherin der "Letzten Generation".

Polizisten lösten die Beiden von dem Gemälde und brachten sie weg. Das Gemälde blieb unbeschädigt, allerdings entstand Schaden am Rahmen. Wie hoch dieser ist, muss nun geklärt werden. Die Gemäldegalerie wurde kurzfristig geschlossen.

Die Aktion stößt in der Öffentlichkeit überwiegend auf Ablehnung. Sich an Kunst zu vergreifen, gehe gar nicht, schreiben viele Nutzer in den sozialen Medien. Daneben gibt es noch drastischere Kommentare - die Zustimmung hält sich in Grenzen.

Jetzt wird über Konsequenzen für das Sicherheitskonzept diskutiert. Die Kunstsammlungen verweisen darauf, dass die Maßnahmen bereits verschärft wurden. So habe es einen eigenen Wachmann vor der „Sixtinischen Madonna“ gegeben. Dass sich die Aktivisten blitzschnell am Bildrahmen festkleben, konnte dieser allerdings nicht verhindern.

Video der Aktion auf Twitter

Auf Twitter haben die Klima-Extremisten ein Video der Aktion veröffentlicht.

2 people have glued themselves to the #SistineMadonna in #Dresden.

We are in an unprecedented crisis. The #ClimateCatastrophe, if we don't massively redirect immediately, will possibly kill us.
That's why we're disrupting the day-to-day - even in art.#A22Networkpic.twitter.com/jx2RQWK9xG

— Letzte Generation (@AufstandLastGen) August 23, 2022

Unterdessen ist der Dresdner Umweltaktivist Christian Bläul nach einer Straßenblockade in der Nähe der schwedischen Hauptstadt Stockholm festgenommen worden. Das berichtet die Gruppe "Letzte Generation" auf ihrer Internetseite. Demnach sitzt der Familienvater derzeit im Gefängnis.

Er hatte sich an einem Protest auf einer Fernstraße beteiligt, der von der Polizei aufgelöst wurde. Bläul wird bis mindestens Freitag, den 26.08. in einem schwedischen Gefängnis ausharren, während nun über weitere Strafverfolgung entschieden wird.