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Klinikum Dresden-Neustadt kämpft mit gefährlichen Keimen

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Das Kranken­haus Dresden-Neustadt kämpft mit gefähr­li­chen Keimen. An der chirur­gi­schen Station haben sich sechs Patienten mit multi­re­sis­tenten MRSA-Baktieren infiziert. Das bestä­tigte das Gesund­heits­mi­nis­te­rium. Wie eine Klinik­spre­cherin sagte, sei die Station isoliert worden. Die Chirurgie nimmt seit Sonntag keine neuen Patienten mehr auf. Kranken­haus infor­miert über aktuelle LageAm Mittwoch­nach­mittag infor­mierte die Klinik­lei­tung auf einer Presse­kon­fe­renz über die aktuelle Lage. Demnach sind bereits am vergan­genen Freitag alle Patienten und auch die Mitar­beiter auf der Station unter­sucht worden. Dabei gab es eine Häufung positiver Testergeb­nisse. Es wurde dann am Sonntag ein Aufnah­me­stopp für die unfall­chir­ur­gi­sche Station veran­lasst, teilte die Klinik­lei­tung mit. Kein Patient in Lebens­ge­fahrVon den sechs betrof­fenen Patienten der Unfall­chir­urgie sei keiner lebens­be­droh­lich erkrankt, einer habe bereits das Kranken­haus wieder verlassen, teilte der Ärztliche Direktor Tobias Lohmann am Mittwoch mit. Neue Fälle habe es seither nicht gegeben. Eine Gefahr für die Öffent­lich­keit bestehe nicht, sagte Lohmann.Gesamtes Klinik­per­sonal getestetEntwar­nung will das Kranken­haus erst geben, wenn die Zahl auf ein bis zwei Fälle gesunken ist. Die Betrof­fenen werden isoliert in Einzel­zim­mern betreut. Auch das Personal bis hin zur Reini­gungs­kraft musste sich einem Scree­ning unter­ziehen. Bisher lägen noch nicht alle Ergeb­nisse vor, hieß es. Laut Lohmann infizierten sich in den letzten Jahren im Schnitt zwei oder drei Patienten im Kranken­haus mit den MRSA-Bakte­rien. Darüber hinaus nehme man etwa 70 bis 80 Kranke auf, bei denen MRSA schon vorher bekannt ist. Als Konse­quenz aus der Häufung verschob die Unfall­chir­urgie geplante Opera­tionen.Hinte­rungrund­in­for­ma­tionen zu MRSANach Angaben des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­riums werden viele Infek­tionen im Kranken­haus von diesen Staphy­lo­kokken verur­sacht. Sie besie­deln vor allem die Haut und die Schleim­häute. Die Beson­der­heit der MRSA-Bakte­rien besteht darin, dass sie oft gegen mehrere Antibio­ti­ka­gruppen resis­tent sind. "MRSA stellen weltweit vor allem in Kliniken eine Gefahr dar. Beson­ders betroffen sind die chirur­gi­schen Inten­siv­sta­tionen, Abtei­lungen für Brand­ver­let­zungen und Neuge­bo­re­nen­sta­tionen", heißt es in einer Infor­ma­tion des Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­riums.Weitere Infor­ma­tionen beim Bundes­ge­sund­heits­mi­nis­te­rium