- Polizistin Franziska Marie Schalk (36) mit ihrem Buch im Leipziger Hauptbahnhof. Darin beschreibt sie ihren Ausbruch aus dem Drogenmilieu. Wir haben in einem Café mit ihr darüber gesprochen.
Von der Drogenfamilie zur Drogenfahndung: Die ungewöhnliche Geschichte einer Leipziger Polizistin
„Den Drogendealern von damals wollte ich es heimzahlen“, sagt Franziska Marie Schalk aus Leipzig und lacht dabei. „Das war so ein bisschen der Robin-Hood-Gedanke.“ Jetzt hat sie ihre Geschichte in einem Buch verewigt.
Eine Kindheit zwischen Tod und Drogen
Ihr Zuhause als Kind in einer Kleinstadt in Nordhessen war durch Alkohol und Drogen geprägt. Der Vater ist früh gestorben. Als Achtjährige erlebt sie dann das wahrscheinlich prägendste Ereignis ihres Leben: Weil ihre Mutter eine Überdosis Heroin eingenommen hatte, waren Krankenwagen und Polizei bei ihr zu Hause. Eine Polizistin nahm Franziska mit ins Kinderzimmer.
Sie stellte verschiedene Fragen. Versuchte so, sie zu beruhigen. An eine erinnert sie sich bis heute: „Was möchtest du mal werden?“ Da habe sie auf die Dienstmarke gezeigt. „Sie hat mir gesagt, dass ich später einmal alles werden kann“, erzählt die 36-Jährige. „Auch Polizistin - egal wo ich herkomme oder wie die Umstände sind.“ Das habe sich bei ihr eingebrannt und sei auch der Hoffnungsschimmer, den sie Menschen weitergeben möchte. Vor allem deshalb hat sie ihre Geschichte aufgeschrieben.
„Mir würde nichts einfallen, was ich an Leipzig nicht mag.“
Mit „Vom Nadelstich zur Dienstmarke“ will die 36-Jährige zum Einen aufklären, wie es ist, in einer kaputten Familie aufzuwachen und süchtige Eltern zu haben. Aber sie will auch dabei helfen, einmal die eigene Kindheit zu reflektieren. Niemand habe eine perfekte Vergangenheit oder eine perfekte Familie. Sich das aber wenigstens mal anzuschauen, sei schon „die halbe Miete“, wie sie sagt.
Aktuell wohnt Franziska in Leipzig, arbeitet aber als Polizistin in Berlin. In der Hauptstadt habe sie leider viel Zeit damit verbracht, auf Partys ihre Probleme zu verdrängen, sagt sie. Deshalb möchte sie bald nach Leipzig wechseln. Denn: „Mir würde nichts einfallen, was ich an Leipzig nicht mag.“ Diese Stadt sei einfach wohlwollend. Neben der Arbeit im Rauschgiftdezernat ist sie auch noch als Coach und psychologischen Beraterin aktiv. Zur Zeit geht es auf ihrem Instagram-Kanal aber natürlich vor allem um ihr Buch. Erstmals vorgestellt hatte sie es zuletzt auf der Leipziger Buchmesse.
Das Buch gibt´s hier.
