Kriminelles Netzwerk von Cyberbetrug zerschlagen

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Sächsischen und bayrischen Ermittlungsbehörden ist ein Schlag gegen ein kriminelles Netzwerk gelungen. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstag mitteilte, soll das Netzwerk in den letzten Jahren durch Cyberbetrug einen Milliardenschaden verursacht haben.

Vor zwei Wochen gab es Durchsuchungen in fünf Ländern. Vor allem in Georgien und Albanien, aber auch in Deutschland. Dabei habe es fünf Festnahmen gegeben. Die Verdächtigen sollen Anleger über Callcenter mit Phantasie-Gewinnen durch Kryptowährung gelockt haben. Tatsächlich werden die Einzahlungen von Anlegern jedoch nie gewinnbringend investiert.

Über unterschiedlichste Plattformen und Websites wird gegenüber den Opfern die Illusion eines existierenden Accounts aufrechterhalten. Dort werden den Geschädigten durch vermeintlich erfolgreiche Trades Gewinne vorgetäuscht, um weitere Investitionen zu generieren. Sobald ein Anleger skeptisch wird oder eine Auszahlung wünscht, bricht der Kontakt oftmals ab oder das Investment erleidet einen überraschenden Einbruch, welcher einen plötzlichen Totalverlust des Investments suggerieren soll. Die Täter agieren aus professionell betriebenen Callcentern im Ausland.

Am 8. November wurden unter Leitung der Zentralstellen Cybercrime Bayern und Sachsen allein in Georgien und Nordmazedonien insgesamt sechs Callcenter sowie 25 weitere Privat- und Geschäftsräume durchsucht. Der Schwerpunkt der Operation lag auf der georgischen Hauptstadt Tiflis. An den Durchsuchungsmaßnahmen im Ausland nahmen fünf Staatsanwälte und mehr als 60 deutsche Polizeibeamte und IT-Forensiker teil. Die polizeilichen Ermittlungen werden in Bayern durch die Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberfranken und in Sachsen durch das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Leipzig geführt.

Im Rahmen des groß angelegten Action Days wurden insgesamt mehr als 500 Computer, Mobiltelefone und sonstige elektronische Geräte sowie zahlreiche weitere Unterlagen beschlagnahmt. Zudem wurden Vermögensarreste in zweistelliger Millionenhöhe erwirkt. Daraus resultierten u.a. Beschlagnahmen von Konten, Bargeld, Bitcoin-Wallets und anderen Wertgegenständen.