++ EIL ++

Kripo gibt vorerst auf: Mord an Leipziger bleibt ungeklärt

Zuletzt aktualisiert:

Fast achte Jahre nach dem Mord an dem damals 34-jährigen Leipziger Stefan M. sind die Ermittlungen eingestellt worden. Das hat die Staatsanwaltschaft am Freitag mitgeteilt. Die Tat habe trotz zweier Verdächtiger bisher niemandem eindeutig nachgewiesen werden können, heißt es.

Der Mordfall

M. war am 1. Oktober abends auf der Eduardstraße im Leipziger Stadtteil Plagwitz überfallen worden. Dabei rammte ihm ein Messer in den Hals. Die Verletzungen waren so schwerwiegend, dass der Mann später daran starb.

Komplizierte Ermittlungen

Der Verdacht war danach zunächst auf einen inzwischen 38-jährigen Polen gefallen. „Grundlage für diesen Verdacht war eine am Schuh des Geschädigten gesicherte DNA-Spur“, erklärt Ricardo Schulz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig. Dem Polen konnte aber nichts nachgewiesen werden, weshalb die Ermittlungen gegen ihn schließlich eingestellt worden seien. Allerdings erst im Oktober 2024.

Außerdem sei ein heute 33-jährige Syrer ins Visier der Ermittler geraten. „Auch hier beruhte der Anfangsverdacht auf einer am Tatopfer gesicherten DNA-Spur, die ihm zugeordnet werden konnte“, so Schulz. „Besagte Spur befand sich im Bereich der rechten Schulterpartie. Letztlich seien aber auch die Ermittlungen gegen den Syrer ohne Ergebnis im Oktober 2024 eingestellt worden. Allerdings vor allem, weil er an einer psychischen Erkrankung leide und schuldunfähig sei.

Auch ein Sicherungsverfahren gegen den Syrer habe es bisher nicht gegeben. Schulz: “Es kam aus rechtlichen Gründen nicht in Betracht, weil die hierfür erforderliche Gefährlichkeitsprognose zum Zeitpunkt der Abschlussentscheidung der Staatsanwaltschaft nicht eingestellt werden konnte.„ Denn der 33-Jährige befinde sich weiterhin und bereits seit Längerem in psychiatrischer Behandlung. Deshalb sei unklar geblieben, ob man ihm die Tat hätte nachweisen können oder nicht. 

Beide Verdächtige würden zudem auch nicht aus dem Umfeld des Opfers stammen, heißt es. Man gehe noch immer von einem Alleintäter aus, der sein Opfer zufällig ausgewählt habe. Weitere Verdächtige gebe es bisher allerdings nicht, weshalb das Verfahren nun eingestellt worden sei. Es könne natürlich jederzeit wieder aufgenommen werden, heißt es abschließend. Denn Mord verjährt nie.