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Kupfer: Flüchtlingspolitik wesentlicher Grund für Wahlschlappe

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Für Sachsens CDU-Frakti­ons­chef Frank Kupfer ist die Flücht­lings­po­litik von Bundes­kanz­lerin Angela Merkel ein wesent­li­cher Grund für die Schlappe der Union zur Bundes­tags­wahl. „Was die Kanzlerin 2015 gemacht hat, wird von den Menschen nicht akzep­tiert“, sagte er am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Man akzep­tiere zwar die einma­lige Grenz­öff­nung als humani­tären Akt. Merkel hätte die Grenze danach aber wieder schließen müssen. Im Wahlkampf habe sie diese Entschei­dung bis zuletzt vertei­digt und gesagt, sie würde das wieder so machen: „Das begreifen die Menschen nicht, das begreife auch ich nicht. Das war ein Fehler. Wenn man Fehler im Nachhinein einge­steht, kann man eigent­lich nur gewinnen.“Laut Kupfer ging nach dem TV-Duell von Merkel und SPD-Kanzler­kan­didat Martin Schulz die Stimmung für die CDU noch einmal nach unten: „Dabei wäre das die Gelegen­heit gewesen, noch einmal klare Worte zu finden.“ Die sächsi­sche CDU werde ihre Einschät­zung so auch der Bundes­partei übermit­teln. Die Bundes­po­litik sei aber nicht der einzige Grund für die Schlappe. „Wir haben auch hier in Sachsen Hausauf­gaben zu machen.“ Als Beispiel nannte Kupfer das Lehrer­pro­blem. Im Wahlkampf sei das immer wieder angespro­chen worden. Politik und Verwal­tung hätten da manchmal zu langsam gearbeitet.Kupfer zufolge kann es mit Blick auf die Landtags­wahl 2019 jetzt nicht darum gehen, die solide Finanz­po­litik aufzu­geben und vorzei­tige Wahlge­schenke zu machen. Der Job von Finanz­mi­nister Georg Unland (CDU) bestehe darin, auf die Finanzen zu achten: „Wenn wir allen Begehr­lich­keiten nachgeben, dann ist die Schatulle ganz schnell leer. Das kann nicht das Ziel sein.“ Man müsse schauen, was noch notwendig sei, um Lehrer aus anderen Bundes­län­dern zurück­zu­holen und in Sachsen studie­rende Lehramts­stu­denten zu halten. Die Verbe­am­tung sei nicht der entschei­dende Punkt: „Wir müssen jetzt handeln und gezielt Geld in die Hand nehmen. Das werden wir auch tun.“Kupfer ging auch auf Forde­rungen nach perso­nellen Konse­quenzen ein: „Wir müssen einen ordent­li­chen Job machen. Ob wir das mit den vorhan­denen Köpfen tun oder mit anderen, spielt für mich keine Rolle. Dieje­nigen, die bis jetzt da sind, haben einen ordent­li­chen Job gemacht. Wenn es um Verant­wor­tung geht, dann müssen wir alle Verant­wor­tung übernehmen. Ich genauso wie jedes Frakti­ons­mit­glied und jedes Mitglied der Staats­re­gie­rung.“ Die Union müsse bis zur Landtags­wahl nun stärker mit ihren Themen an die Öffent­lich­keit. „Wir haben zur Flücht­lings­po­litik schon immer eine klare Meinung gehabt und schon im März 2015 ein Positi­ons­pa­pier vorge­legt.“Für den CDU-Frakti­ons­chef sind Forde­rungen zu mehr Respekt für die Lebens­leis­tungen Ostdeut­scher nicht neu. Er selbst habe schon früher immer an den Stolz der Sachsen appel­liert, sei dafür aber von Linken kriti­siert worden: „Die Menschen in Sachsen haben 1990 einen gewal­tigen Umbruch erlebt - mit Arbeits­lo­sig­keit, persön­li­chen Schick­sals­schlägen oder dem Wegzug der Kinder, weil es hier keine Arbeit gab.“ Viele hätten sich etwas aufge­baut, doch jetzt werde das infrage gestellt. Die Leute hätten genug von Verän­de­rungen. Sie wollten weder Multi-Kulti noch Moscheen in Sachsen: „Der Islam gehört weder zu Deutsch­land noch zu Sachsen.“ (DPA)