Lagebild: In Sachsen leben reichlich 700 „Reichsbürger“
In Sachsen werden 718 Einwohner den sogenannten Reichsbürgern zugerechnet. Das geht aus einem am Dienstag vom Innenministerium vorgestellten Lagebild hervor: „Damit zeigen wir, dass wir diese Szene auf dem Radar haben und die von ihr ausgehende Gefahr für unsere freiheitliche demokratische Grundordnung ernst nehmen“, erklärte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Die meisten Reichsbürger demnach in Mittelsachsen (120) die wenigsten offenbar in Chemnitz (17). Der durchschnittliche Reichsbürger ist männlich und etwa 49 Jahre alt – der Frauenanteil hier in Sachsen mit 23 Prozent ist im Vergleich zu anderen Bundesländern überdurchschnittlich hoch, hieß es. Von 2012 bis 2016 wurden in Sachsen mehr als 1520 Straftaten verübt. Manche Betroffenen besäßen „ein hohes Eskalations-, Gewalt- und Mobilisierungspotenzial“ insbesondere gegenüber Vollzugsbeamten. Auch ihre Waffenaffinität sei nicht zu unterschätzen. Die selbst ernannten „Reichsbürger“ erkennen Deutschland nicht als Staat an und behaupten, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. (mit dpa)