Lange Partynacht für Leipzigs Fußballer
Die Gründungsstadt des Deutschen Fußball-Bundes hat wieder einen Erstligisten. RasenBallsportLeipzig ist am Sonntag um 17.19 Uhr unter den Augen von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz nach dem 2:0 (0:0) gegen den Karlsruher SC in die Beletage aufgestiegen. Zuletzt schaffte das 1993 der VfB Leipzig, der nur drei Jahre nach der DFB-Gründung 1900 auch die erste deutsche Fußball-Meisterschaft gewann. Vor 42 559 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Red Bull Arena machten Emil Forsberg (52.) und Marcel Halstenberg (86.) den Coup für den ambitionierten Club perfekt. Damit sind die erst 2009 gegründeten „Roten Bullen“ das 55. Mitglied in der Bundesliga.Nach dem zuletzt beim 1:1 gegen Arminia Bielefeld vergebenen Matchball legten die seit drei Spielen sieglosen Leipziger - erstmals wieder mit Fabio Coltorti im Tor - beim erneuten Anlauf auf die Bundesliga mit hohem Tempo los. Das gefiel auch Red-Bull-Formel 1-Pilot Daniel Ricciardo und Ex-Fahrer Mark Webber. Die nach abgesessener Sperre zurückgekehrten Willi Orban und Stefan Ilsanker erhöhten zudem die Qualität im Kader. Die erste Großchance hatte der Däne Yussuf Poulsen in der 23. Minute, doch der Winkel auf der rechten Seite wurde zu spitz, um den Ball noch ins Tor zu spitzeln.Dass die Sachsen nicht in Rückstand gerieten, verhinderte Coltorti mit einer Glanzparade vor dem freistehenden Dimitris Diamantakos (30.). Fast im Gegenzug glänzte KSC-Keeper René Vollath bei einem 20-Meter-Hammer von Lukas Klostermann. Das Team von Markus Kauczinski, der pikanterweise Nachfolger des neuen RB-Coachs Ralph Hasenhüttl in Ingolstadt wird, hielt trotz der fünf Veränderungen in der Startelf gut dagegen, zeigte sich zweikampfstark und spielte selbstbewusst mit. Glück hatte der KSC, als Marcel Halstenberg mit einem kapitalen Schuss aus vollen Lauf nur Zentimeter am Gehäuse vorbei traf.Nach dem Wechsel spielte RB weiter Hochgeschwindigkeits-Fußball, auch wenn viele Ungenauigkeiten offenbart wurden. Millimeterarbeit leistete allerdings der Schwede Forsberg, als er eine Hereingabe von Stefan Ilsanker mit der linken Fußspitze gegen zwei Karlsruher ins Tor bugsierte. Damit öffnete er genau um 16.39 Uhr das Tor zur Bundesliga. Alles perfekt hätte es Davie Selke (72.) vier Minuten nach seiner Einwechslung machen können. Der Acht-Millionen-Zugang scheiterte jedoch freistehend an Vollath.In den Schlussminuten musste Leipzig weiter bangen, da Konkurrent 1. FC Nürnberg ja in Führung lag. Und der KSC gab sich nie auf: Enrico Valentini (80.) zirkelte einen Freistoß direkt auf das RB-Tornetz. Erst ein kapitaler Fangfehler von Vollath nach einem Halstenberg-Freistoß sorgte in der 86. Minute für die Entscheidung. Und Mateschitz erwies sich mal wieder als Glücksbringer, denn bei seinen Kurzvisiten in der Messestadt hatte RB nie verloren.Lange Partynacht für Leipzigs FußballerMit einem gigantischen Höhenfeuerwerk an der Red Bull Arena haben RB Leipzig und seine Fans den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Nach dem 2:0 gegen den Karlsruher SC ging es für das Team im Doppelstock-Oldtimerbus in die eigene Trainingsakademie am Cottaweg. Dort wartete ein Abendessen auf das Team um Trainer Ralf Rangnickt - im Anschluss wurde im Club L1 in der Innenstadt bis in die Nacht hinein gefeiert. Unterdessen erstrahlte der Leipziger Uni-Riese in den Farben rot-weiß und mit dem Logo der Aufstiegsshirt: "Wir sind E1NS". Die große Aufstiegsfeier auf dem Markt inklusive Auftritt auf dem Balkon des Alten Rathauses ist für Pfingstmontag (14.30 Uhr) geplant.Schmerzhafter Aufstieg: Rangnick verletzt auf Flucht vor BierduscheSchmerzhafter Aufstieg für Ralf Rangnick: Auf der Flucht vor der Bierdusche seiner Spieler erlitt der Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig am Sonntag eine Muskelverletzung im linken Oberschenkel, wegen der er sogar die obligatorische Pressekonferenz nach dem Spiel ausließ. Co-Trainer Achim Beierlorzer vertrat seinen Chef. Dem ersten Ansturm von Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker konnte Rangnick noch ausweichen, doch beim Spurt weg von Stürmer Davie Selke fasste sich der 57-Jährige hinten an den Oberschenkel und stürzte auf den Rasen. Selke nutzte die Chance und übergoss den Coach mit einer vollen Ladung Bier. Anschließend humpelte Rangnick mit schmerzverzerrtem Gesicht und nun wie ein begossener Pudel mit seinen Spielern über den Platz. Leipzig war durch einen 2:0-Heimsieg gegen den Karlsruher SC in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen.(dpa)