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Legida-Aufzug in Leipzig von massivem Gegenprotest begleitet

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Nach einem knappen dreiviertel Jahr Pause ist das Legida-Bündnis am Donners­tag­abend wieder durch Leipzig gezogen. Begleitet wurde der Aufzug vom Protest Hunderter Gegner. Blockaden der Gegen­de­mons­tranten behin­derten den Aufmarsch von rund 200 Anhän­gern des Leipziger Pegida-Ablegers und brachten ihn mehrfach zum Stehen.Mehrere Hundert­schaften der Polizei trennten beide Lager während des Protest­zugs weitge­hend vonein­ander. Der Abend sei nach ersten Erkennt­nissen größten­teils fried­lich verlaufen, sagte ein Sprecher der Polizei. Von Verletzten sei zunächst nichts bekannt geworden. Es ergingen demnach einige Anzeigen nach Ausein­an­der­set­zungen, verein­zelt warfen Legida-Gegner Flaschen. Insge­samt wurden 15 Straf­taten regis­triert, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versamm­lungs­ge­setz, gefähr­li­cher Körper­ver­let­zung, Belei­di­gung und Nötigung. Nach Angaben der Initia­tive "Leipzig nimmt Platz" waren in der Stadt insge­samt rund 3000 Menschen gegen Legida auf der Straße. Beobachter sprechen von etwa 2000 Gegen­de­mons­tranten. Hunderte von ihnen blockierten die ursprüng­lich geneh­migte Route des Aufmar­sches auf dem Innen­stadt­ring und riefen lautstark Parolen gegen das Bündnis. Auch die daraufhin bestimmte Ausweich­route entlang des Bundes­ver­wal­tungs­ge­richts war zunächst von mehreren Dutzend Gegen­de­mons­tranten versperrt. Der Legida-Zug kam daher vor dem Leipziger Rathaus zwischen­zeit­lich für etwa eine Dreivier­tel­stunde zum Stehen. Schlie­ß­lich löste die Polizei die Blockade auf. In Stellung gebrachte Wasser­werfer kamen dabei nicht zum Einsatz. Unter "Wir sind das Volk"-Rufen und mit geschwenkten Deutsch­land- und AfD-Fahnen erreichte der Legida-Marsch schlie­ß­lich seinen Endpunkt vor dem Gebäude der "Leipziger Volks­zei­tung". Laute Musik aus den Redak­ti­ons­räumen störte die dortige Abschluss­kund­ge­bung. Die Straßen­bahn, in der die Legida-Anhänger zum Haupt­bahnhof gebracht wurden, musste nach Angaben eines Polizei­spre­chers mehrfach wegen weiterer Blockaden anhalten.