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Leipzig als Pelzmetropole?

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Wer mit offenen Augen durch die Leipziger Innenstadt schlendert, hat sicherlich schon mal die Tierköpfe in der Nikolaistraße gesichtet. Das soll aber keine Liebeserklärung an die Bremer Stadtmusikanten sein - würde von den Tieren ja auch gar nicht hinhauen.

Zu sehen sind unter anderem ein Löwe, ein Wolf und ein Dachs. Erinnern sollen die Kupfervorrichtungen am sogenannten ‘Selters-Haus’ an die Pelzzeit. Denn von 1900 bis 1933 war Leipzig DIE Pelzmetropole in Europa. Die Stadt liegt perfekt zwischen West- und Osteuropa und konnte so perfekt die Rohstoffe aus dem Osten (vor allem Polen, dem heutigen Russland und der Ukraine) in den Westen bringen. Zurück gab es dann die fertigen Erzeugnisse.

Die Nikolaistraße liegt im damaligen ‘Brühl-Viertel’, wo man früher all solche tierischen Produkte kaufen konnte. Erbaut wurde das Selters-Haus Anfang des 19. Jahrhunderts vom Pelzhändler und Konsul Alfred Selter. Der hatte gute Verbindungen zum Bildhauer Ernst Hottenroth, welcher dann die Tierköpfe für die Hausfassade anfertigte. 

Was auch noch an diese Zeit erinnert ist das sogenannte Majolika-Flies über der Hausnummer 47-51/53. Hier zu sehen sind Kinder, die ausschließlich Pelze tragen - um zu zeigen, dass man mit Pelz ‘voll ausgeschmückt’ ist. 

Noch bis in die 1990er Jahre war der Pelzhandel in Leipzig allgegenwärtig, heutzutage ist es (Gott sei Dank) nicht mehr so ein großes Thema. Die Tierköpfe und das Flies erinnern noch an die Zeit, heute gibt es hier statt der sogenannten ‘Rauchwaren’ Aktivmode zu kaufen.

 

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Was hat es mit den Verzierungen auf sich? Denkmalpfleger Peter Leonhardt hat es mir erzählt!

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