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Leipzig bereitet sich auf Großdemo am Samstag vor

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Nach den Krawallen in Leipzig blicken Polizei und Stadtspitze mit Anspannung auf das nächste Wochenende. Zu dem Zeitpunkt hätte in der Stadt der EU-China-Gipfel veranstaltet werden sollen. Er wurde wegen Corona abgesagt. Es lägen jedoch Erkenntnisse vor, dass der Gipfel trotz der Absage „Thema sein kann für die Versammlungslage am Wochenende“, sagte Ordnungsdezernent Heiko Rosenthal am Dienstag. Allerdings sei es noch zu früh, die Lage für das Wochenende abschließend einzuschätzen, sagte Polizeipräsident Torsten Schultze.

Eine Demonstration mit dem Motto „Storm the fortress - Break all borders“ ist offiziell angemeldet worden. Dafür seien 800 Teilnehmer angekündigt, sagte Rosenthal. Das sogenannte Kooperationsgespräch mit den Anmeldern und der Polizei stehe noch aus. Bei dem Gespräch werde die Stadt noch einmal die Motivation des Aufzugs hinterfragen. Die Veranstalter hatten auf Twitter betont, dass von ihrer Demo keine Eskalation ausgehen werde.

Am vorigen Donnerstag, Freitag und Samstag waren in Leipzig jeweils Demonstrationen eskaliert. Vermummte hatten die Polizei mit Steinen, Flaschen und Böllern beworfen. Elf Beamte seien leicht verletzt worden. Auslöser der Krawalle waren Hausbesetzungen, die von der Polizei beendet worden waren. Zwei der drei Demonstrationen waren nicht angemeldet gewesen.

„Wir müssen aktuell zur Kenntnis nehmen, dass wir in Leipzig ein Problem mit linksextremistisch motivierter Gewalt haben“, sagte Polizeipräsident Schultze. Um das Problem in den Griff zu bekommen, brauche die Polizei die Unterstützung der Gesellschaft. Die Polizei plane Infoveranstaltungen, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD kündigte ein Stadtteilgespräch mit dem Polizeichef in Connewitz an. Zwei der drei Gewaltausbrüche hatte es dort gegeben. „Wir müssen miteinander ganz klar eine Haltung finden zu dem Thema Gewalt. Und das kann nur eine Ächtung sein“, sagte Jung. (dpa)