Leipziger Bismarckturm wird seit zwei Wochen immer wieder attackiert
Riesen-Ärger beim Verein, der den historischen Leipziger Bismarck-Turm in Lützschena-Stahmeln pflegt. An und in dem knapp 31 Meter hohen Aussichtsturm waren in den letzten zwei Wochen immer wieder Randalierer unterwegs. Sie haben historische Lampen abgerissen, Toiletten zerstört oder innen und außen verfassungsfeindliche Schmierereien angebracht.
„Der Angriff war ein bewusster Angriff auf ein bedeutendes Stück unserer Geschichte“
Obwohl die Schmierereien rechtsextrem wirken, vermutet man beim Verein „Bismarckturm-Verein Lützschena-Stahmeln“, dass die Angreifer aus der linken Ecke kommen. „Manche sehen uns wegen Bismarck als rechts an, was natürlich Quatsch ist“, so Vereinsvorsitzender Stephan Weinholz. „Diese Tat geht weit über jugendlichen Leichtsinn hinaus - sie war ein klarer, bewusster Angriff auf ein bedeutendes Stück unserer Geschichte und auf das Engagement unseres Vereins, der sich seit Jahren für den Erhalt dieses Denkmals einsetzt.“
Die Beseitigung der Schäden sei nicht ganz einfach. „Bei den Lampen handelt es sich um Sonderanfertigungen“, erklärt Weinholz. Und ärgert sich auch über die Stadt Leipzig: „Ich erreiche dort schon wieder niemanden, obwohl die Stadt der Eigentümer ist.“ Sie wäre demzufolge natürlich auch für Reparaturen zuständig. „Doch in den letzten Jahren habe ich davon nichts gesehen, wir haben alles aus eigener Tasche bezahlt.“
Der Verein kümmert sich seit vielen Jahren um den höchsten Aussichtspunkt im Leipziger Norden (steht auf einer 130-Meter-Anhöhe). Er organisiert dort regelmäßig diverse Veranstaltungen und Ausstellungen.