Leipzigs Hauptbahnhof zehn Jahre nach Merkel-Satz: Polizei-Chef redet Klartext
Vor fast genau 10 Jahren sagte die frühere Kanzlerin Angela Merkel (71, CDU) ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“. Danach flohen vor allem viele junge Männer aus verschiedenen Ländern nach Deutschland. Und das wirkt bis heute nach. Viele Menschen in Deutschland, auch in Leipzig, berichten in den letzten Jahren von einem gesunkenen Sicherheitsgefühl durch die Flüchtlinge. Wir haben uns dazu mit Leipzigs Bundespolizei-Chef Markus Pfau unterhalten.
„Soziale Gefüge und Sozialkontrolle fehlen“
Natürlich würde man das merken, wenn große Zuwanderung von jungen Männern in einer Altersgruppe von 18 bis 30 Jahren erfolgen würde, so Pfau. Das sei bei Männern generell das Alter, in dem viele Straftaten begangen würden. Und zwar unabhängig von der Herkunft. „Gerade wenn soziale Gefüge fehlen und wenn Sozialkontrolle fehlt.“ Und diese Phänomene merke man natürlich im offenen Raum und auch in und um den Hauptbahnhof Leipzig.
Allerdings sei der Bahnhof trotzdem sehr sicher. Auch objektiv: „Wir haben dort eine relativ lückenlose Videoüberwachung“, erklärt der leitende Polizeidirektor. Und dann redet er Tacheles: „Natürlich haben sich tatverdächtige Nationalitäten gewandelt in den letzten Jahren. Die Anteile von nicht-deutschen Tatverdächtigen an klassischer Gewaltkriminalität, die haben zugenommen. Das ist überall im Land so.“ Der Hauptbahnhof sei dadurch aber nicht zu einem kriminellen Hotspot geworden.
Viele Täter sind Afghanen und Syrer
Die meisten ausländischen Täter am Leipziger Hauptbahnhof in den letzten Jahren seien Syrer oder Afghanen gewesen. Allerdings hänge das aber natürlich auch damit zusammen, dass durch die (Bürger-)Kriege von dort die meisten Flüchtlinge gekommen seien, so Pfau. Daher auch der größere Anteil dieser beiden Nationalitäten. „Ich würde aber jetzt nicht so weit gehen, dass wir da von Banden- oder Clanstrukturen, die da wirken, sprechen.“
Sexuelle Belästigung in Zügen in und um Leipzig
Auch in den Zügen oder S-Bahnen fühlen sich viele Menschen in den letzten Jahren unsicherer. Der Leipziger Bundespolizei-Chef sagt dazu: „Natürlich können die Bürger noch mit dem Zug in Leipzig oder Umland fahren.“ Zwar gebe es immer wieder Sicherheitsvorfälle. „Die hat es immer gegeben und die wird es auch immer geben.“
Sexuelle Belästigungen seien jedoch „Einzelfälle, ohne das sie mir die Worte jetzt auf die Goldwaage legen“, so Pfau. Es seien keine Delikte, die der Leipziger Bundespolizei mehrfach täglich bekannt würden. „Ja sie kommen vor, aber wir haben dort auch eine große Erfolgsquote, wenn es darum geht, die Täter bekannt zu machen.“ Denn in den Zügen seien im Regelfall überall Kameras verbaut.