++ EIL ++
  • Der Schwanenteich-Park gegenüber vom Leipziger Hauptbahnhof gilt in den Abend- und Nachtstunden als krimineller Hotspot.
  • Der Leipziger Stadtrat hat dem Alternativ-Vorschlag der Stadtverwaltung zur Prüfung des bestehenden Sicherheitskonzepts beschlossen, damit konnte nicht mehr über die Prüfung eines neuen Konzeptes abgestimmt werden.

Leipziger Stadtrat lehnt neues Sicherheitskonzept für den Hauptbahnhof ab

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Wegen der gefühlt steigenden Kriminalität im und rings um den Leipziger Hauptbahnhof wollte die CDU im Stadtrat die Prüfung eines neuen Sicherheitskonzeptes für den Hauptbahnhof beschließen lassen. Das hätte auch eine Einzäunung des Schwanenteich-Parks umfasst. 

Der Stadtrat hat das am Mittwochnachmittag mit großer Mehrheit (43 zu 21 Stimmen, siehe Foto) abgelehnt und ist stattdessen einem Alternativ-Vorschlag der Stadtverwaltung gefolgt: Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) wurde beauftragt, das bereits bestehende Präventionskonzept „SiBa-Forschungsprojekt“ zu prüfen und „bei Bedarf anzupassen“. Auch die vorgeschlagene Einzäunung ist damit vom Tisch. Das Ergebnis soll dem Stadtrat bis zum Sommer vorgelegt werden.

Kriminalität am Hauptbahnhof ist laut Statistik zurückgegangen

Ordnungsbürgermeister Heiko Rosental erklärte dazu auf Nachfrage, dass es laut den jüngsten Statistiken und nach Rücksprache mit der Polizei keine steigende Kriminalität im und am Hauptbahnhof gebe. Im Gegenteil: Die Zahl der Gewaltdelikte sei in den letzten Jahren sogar gesunken. Die jüngsten Meldungen über Steigerungen bei der Polizei würden mit einer anderen Erhebungsmethode zusammenhängen.

Dennoch hielt die CDU an ihrem Antrag fest. Es gehe ja auch um das persönliche Sicherheitsgefühl. Und das sei bei vielen Leipzigern im Hinblick auf den Hauptbahnhof in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die BSW stimmte dieser Haltung als einzige Fraktion zu. Außerdem der freie Stadtrat Stefan Rieger. „Alles so weiterlaufen lassen wie bisher und die Augen zu verschließen gegenüber den akuten Problemen kann nicht die Lösung sein“, sagte uns Rieger. 

Von anderen Parteien hieß es unter anderem, dass der Hauptbahnhof in jeder Stadt ein Kriminalitätsschwerpunkt sei und man daran grundsätzlich auch nichts ändern könne. Stattdessen solle man stärker auf Sozialarbeit setzen, wurde argumentiert. Rieger: „Die Behauptung, die von ablehnender Seite gebracht wurde, das Erscheinungsbild vor und um den Bahnhof wäre großstadttypisch, ist nicht richtig, wenn man etwas über Leipzig und Deutschland hinausblickt.“