Leipzigs Straßenbahn-König: „Ich halte punktgenau für Blinde!“
Am 13. September wird Wien zum Schauplatz der ersten Straßenbahn-Weltmeisterschaft überhaupt. Teams aus über 25 Ländern treten dabei gegeneinander an. Nicht bei einem Rennen auf Zeit, sondern in Disziplinen, die vor allem Feingefühl, Konzentration, Teamgeist und fahrerisches Können verlangen.
Für Deutschland geht ein Duo aus Berlin und Leipzig an den Start: Sandra Probst (47) von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und Thomas Langkopf (56) von den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB). Gemeinsam bilden sie das Team Deutschland und wurden am Mittwoch offiziell in Leipzig vorgestellt.
Er ist seit über zehn Jahren im Leipziger Nahverkehr tätig, sowohl als Bus- als auch als Bahnfahrer. Sie fährt seit 25 Jahren Straßenbahn bei der BVG. Beide seien nicht nur äußerst erfahren, sondern auch für ihren besonders freundlichen Umgang mit Fahrgästen bekannt, ein Kriterium, das für die Teamwahl ebenfalls eine wichtige Rolle spielte, heißt es.
Warum der Leipziger fürs deutsche National-Team nominiert wurde, weiß er selber nicht so recht. „Vielleicht weil ich punktgenau auch für Blinde halten kann“, so Langkopf bescheiden.
Tram-Bowling, Zielbremsen und präzises Halten
Die Weltmeisterschaft stellt keine klassischen Rennen dar, stattdessen zählen hier Präzision und Nervenstärke. In Disziplinen wie Tram-Bowling, Zielbremsen oder dem punktgenauen Einhalten von Haltepositionen müssen die Teilnehmer ihr fahrerisches Können unter Zeitdruck beweisen. Die genaue Aufgabenstellung bleibt bis zum Wettbewerb geheim, um damit allen Teams gleiche Chancen zu geben.
„Es ist eine unglaubliche Ehre, Deutschland bei der ersten Tram-Weltmeisterschaft zu vertreten“, sagt Sandra Probst strahlend. „Ich bin sicher, es wird ein spannender und auch sehr spaßiger Tag.“ Auch ihr Teampartner Thomas Langkopf freut sich auf den internationalen Austausch: „Natürlich möchten wir unser Bestes geben – aber dabei sein ist für uns genauso wichtig wie gewinnen.“
Die Tram-WM ist mehr als ein Wettbewerb: Sie soll das Können und die Leidenschaft der Fahrer weltweit sichtbar machen, den Austausch fördern und den oft unterschätzten Beruf ins Rampenlicht rücken. Auch ohne Preisgeld ist für Probst und Langkopf die Teilnahme schon jetzt ein Höhepunkt ihrer Karriere.