Stark: Kranke Leipzigerin will Triathlon laufen
Kennen Sie Lipödem? Annika Weißenborn aus Leipzig leidet unter der Krankheit und will sie stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken. Denn immerhin jede zehnte Frau in Deutschland sei betroffen ...
Was ist Lipödem?
Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, die vor allem Frauen betrifft und sich typischerweise an den Armen und Beinen zeigt. Leider wird die Krankheit oft mit Übergewicht oder Fettleibigkeit verwechselt, was die Diagnose erschwert. Dabei verursacht sie starke Schmerzen. Man schätzt, dass jede zehnte Frau betroffen ist – aber viele wissen gar nicht, dass sie Lipödem haben.
Schwierig zu diagnostizieren – aber nicht unbesiegbar
Annika Weißenborn leidet schon länger unter den Symptomen des Lipödems. Doch erst 2020 wurde die Krankheit bei ihr zufällig erkannt. „Es wurde endlich klar, was mit meinem Körper los ist“, sagt sie. Zuvor war sie bei verschiedenen Ärzten, doch niemand konnte ihr wirklich weiterhelfen. Grund: „Lipödem ist noch immer wenig bekannt und viele Ärzte kennen die Krankheit einfach nicht“, erklärt Annika.
Die richtige Behandlung: Sport und Ernährung
Annika lässt sich regelmäßig Lymphdrainagen machen und trägt Kompressionsstrümpfe, die ihre Beschwerden lindern. Dazu kommt, dass sie viel Sport treibt – nicht nur für ihre Fitness, sondern auch, weil Bewegung die Schmerzen des Lipödems mindern kann. Sie verfolgt eine entzündungshemmende Ernährung: wenig Zucker, wenig Kohlenhydrate und viel frisches Gemüse. „Ich merke es sofort, wenn ich mich ungesund ernähre – dann werden die Schmerzen schlimmer“, erklärt Annika.
Der Ursprung des Lipödems: Hormonelle Veränderungen
Es wird vermutet, dass Lipödem durch hormonelle Veränderungen ausgelöst wird, besonders in der Pubertät, wenn sich der Hormonhaushalt stark verändert. Doch genau weiß man es noch nicht. Was jedoch klar ist: Bewegung und eine gesunde Ernährung sind die besten Freunde, wenn es darum geht, die Beschwerden zu lindern.
Annika nimmt den Triathlon ins Visier
Annika hat sich ein großes Ziel gesetzt: Sie möchte in diesem Jahr am Leipziger Triathlon teilnehmen – und das trotz ihrer chronischen Erkrankung. „Ich will zeigen, dass es möglich ist, mit Lipödem zu kämpfen und trotzdem sportlich aktiv zu bleiben“, sagt sie. Der Impuls dazu kam von Vanessa Reins, die ebenfalls von Lipödem betroffen ist und schon einen Triathlon absolviert hat. Annika trainiert nach einem festen Plan und ist zuversichtlich, dass sie es schaffen kann.
Hilfreiche Apps und Tipps
Ein weiteres Tool, das Annika nutzt, ist die App „LipoCheck“. Sie hilft ihr dabei, ihre Schmerzen und den Fortschritt beim Sport zu dokumentieren. In der App kann man genau sehen, wie sich die Symptome entwickeln – von den Schmerzen über den Sport bis hin zur Ernährung. Sogar einen „Doc-Check“ kann man über die App machen, um mit 40 gezielten Fragen einen ersten Hinweis darauf zu bekommen, ob man vielleicht Lipödem hat. Und noch etwas hat Annika gelernt: „Wenn die Schmerzen kommen, muss man sich bewegen! Das hilft wirklich.“
Aufklärung ist der Schlüssel
Für Annika ist klar: Aufklärung ist entscheidend, um die Krankheit bekannter zu machen. „Es gibt noch zu wenige Fachärzte, die sich mit Lipödem auskennen“, sagt sie. Sie hofft, dass durch mehr Informationen und Austausch Betroffene frühzeitiger Hilfe bekommen und sich nicht mit den Schmerzen abfinden müssen.
Fazit: Lipödem ist kein Hindernis, sondern ein Ansporn
Trotz der Herausforderungen, die das Lipödem mit sich bringt, lässt sich Annika nicht unterkriegen. Sie nutzt ihre Erfahrung, um anderen zu zeigen, dass man auch mit einer chronischen Erkrankung aktiv sein und große Ziele erreichen kann. Und auch wenn der Weg nicht immer einfach ist, weiß sie: Bewegung, eine gesunde Ernährung und die richtige Unterstützung machen alles möglich.