Lok verpasst Sieg im Relegations-Hinspiel

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Autor: dpa

Fast das komplette Spiel war Fabian Guderitz ein starker Rückhalt, dann leistete sich der Torhüter vom 1. FC Lokomotive Leipzig einen Aussetzer. Zwei Minuten vor Abpfiff legte er sich einen hohen Ball unbedrängt selbst ins Netz. Somit endete das Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die 3. Fußball-Liga gegen den Westvertreter SC Verl mit 2:2 (1:1). Die Gastgeber nutzten gleich die erste Chance zur Führung, nach einer Flanke von Maik Salewski schob Patrick Wolf am langen Pfosten ein. Unmittelbar vor dem Wechsel glich Verl dank Patrick Schikowski (45.+1) aus. Der nach der Pause eingewechselte Matthias Steinborn (55.) traf dann zur erneuten Führung, ehe der ansonsten stark haltende Guderitz patzte.

«So etwas hab ich alles schon erlebt, wir werden ihn nicht den Kopf runter reißen, das habe ich der Mannschaft auch gesagt, es ist passiert, das können wir jetzt nicht mehr ändern», meinte Lok-Coach Wolfgang Wolf und betonte: «Es ist noch nichts passiert. Man hat gesehen, dass Verl nicht unverwundbar ist.»

Damit minimierten die Sachsen ihre gute Chancen für das Rückspiel, das ursprünglich für den 30. Juni in Verl termininiert war, aber aufgrund der strengen Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh am vergangenen Dienstag abgesetzt wurde. Das Vereinsgelände des SC Verl liegt rund 15 Kilometer vom Gelände des Schlachthofes der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbruck entfernt. Noch iste offen, wann und wo die Begegnung stattfinden wird.

Verls Vereinspräsident Raimund Bertels drängt daher beim Deutschen Fußball-Bund auf eine schnelle Lösung . Eine Verschiebung über den 30. Juni hinaus kommt für Lok nicht infrage. «Ab 1. Juli haben fast alle Spieler keine Verträge mehr», sagte Sportdirektor Wolfgang Wolf, der zugleich das Amt des Cheftrainers ausübt.

Seine Mannschaft, die unter seiner Führung noch nicht verloren hat, startete nur mit zwei Änderungen im Vergleich zum letzten Punktspiel in der NOFV-Regionalliga Ende Februar gegen den ZFC Meuselwitz (4:2): Für den kurzfristig ausgefallenen Niklas Brandt rückte Leon Heynke in die Startelf, für Matthias Steinborn begann Trainersohn Patrick Wolf.

Dieser Wechsel zahlte sich sofort aus. Nach einer Flanke von Maik Salewski schob Wolf am langen Pfosten aus Nahdistanz zur Führung (6.) ein. Die Chance zum Ausgleich der gut kombinierenden Verler verhinderte Lok-Keeper Guderitz mit einer Glanzparade: Den Ball von Aygün Yildirim (19.) lenkte er an den Pfosten. Dann parierte er einen Flachschuss von Zlatko Janjic (44.). Als dann Schikowski nach einem Stöckner-Pass frei durch war, hatte der Lok-Torwart keine Abwehrchance.

Die Gäste zeigten im Spielaufbau viel Kreativität und stellten die Lok-Abwehr mit klugen Pässen in die Tiefe vor Probleme. Leipzig hingegen versuchte es zu oft mit hoch und weit geschlagenen Bällen.

Nach dem Wechsel hatte Lok das Spiel besser im Griff, aber auch Pech: Nachdem Verl den Ball im Strafraum nicht geklärt bekam, grätschte Djamal Ziane (52.) den Ball an die Unterkante der Latte. Von dort sprang der Ball wohl hinter die Linie, dann wieder an die Latte und zurück ins Spiel - das Schiedsrichtergespann ließ weiterspielen. Der Meister des nordostdeutschen Fußball-Verbandes jubelte drei Minuten später, als Steinborn den Ball ins lange Eck zum 2:1 schlenzte. Als alle an den sicheren Heimsieg glaubten, brachte ein böser Schnitzer von Guderitz die Gäste wieder ins Spiel.