Lokführerstreik: Mehr als 90 Prozent der Züge in Leipzig fallen aus
Der Lokführerstreik trifft die Reisenden in Leipzig besonders hart. Seit dem frühen Donnerstag-Morgen gilt der Ausstand auch für den Personenverkehr. Über 90 Prozent aller Züge in Leipzig fallen aus. Lediglich im Nahverkehr fahren ganz vereinzelt Ersatzbusse - zum Beispiel auf den Strecken Richtung Eilenburg und Weißenfels.Die Deutsche Bahn hat auf den Bahnhöfen zusätzliches Personal bereitgestellt, um die Reisenden zu informieren. Allerdings haben sich die meisten von ihnen bereits um Alternativen gekümmert. So herrschen auf den Bahnsteigen auf dem Hauptbahnhof zum Beispiel gähnende Leere.Lange Schlangen gibt es unterdessen an den Taxiständen, bei den Fernbussen und Mitfahrgelegenheiten. Viele versuchen über diese Alternativen an ihr geplantes Ziel zu kommen.Kampf gegen Sprit-EngpässeWeil viele Bahnfahrer auf Auto oder Fernbus umsteigen, erhöht sich in diesen Tagen auch der Bedarf an Sprit. Gleichzeitig fehlen aber Kraftstoff-Lieferungen, weil die Lokführer auch den Güterverkehr bestreiken. Doch die Mineralöl-Wirtschaft will versuchen, Engpässe an Tankstellen zu vermeiden. Der Hauptgeschäftsführer des Mineralöl-Wirtschaftsverbands, Klaus Picard, sagte unserem Sender, dass Lieferungen jetzt über Privatbahnen laufen, die nicht bestreikt werden. Außerdem würden Lager gefüllt, damit in den nächsten Tagen die Nachfrage befriedigt werden könne.Hintergrund der StreiksVergangenes Wochenende waren die Tarifgespräche zwischen Bahn und GDL erneut geplatzt. Die Lokführergewerkschaft will nicht nur mehr Geld für die Angestellten aushandeln, sondern nauch für andere Berufsgruppe über Tarifverträge verhandeln. Der Lokführerstreik soll bis Montagmorgen 4 Uhr andauern.