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Maßnahmenpaket gegen Lehrermangel

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Dresden (dpa/sn) - Die sächsi­sche Staats­re­gie­rung sieht mit ihrem 213 Millionen Euro teuren Maßnah­men­paket gegen den Lehrer­mangel den „hohen Standard des sächsi­schen Bildungs­sys­tems“ gesichert. Damit werde einer „der wichtigsten Berufe unserer Gesell­schaft in Sachsen deutlich attrak­tiver“ gemacht, sagte Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich (CDU) am Mittwoch in Dresden. Mit der Einigung auf das umstrit­tene Paket habe die Koali­tion „Handlungs­fä­hig­keit“ beweisen, sagte sein Vize, Wirtschafts­mi­nister Martin Dulig (SPD). Tillich betonte, „dass Lehrer ein sehr seltenes Gut geworden ist“. Der Mangel sei zum einen durch einen erhöhten Bedarf entstanden, zum anderen durch eine ungenü­gende Einschät­zung der Entwick­lungen der Schüler­zahlen. Mit dem „insge­samt runden Paket“, das unter anderem Zulagen für neue Lehrer und solche, die über das 63. Lebens­jahr hinaus arbeiten, vorsieht, habe man nun eine „eigene Antwort“ darauf gefunden.  „Wir können nun wirklich ausrei­chend Lehre­rinnen und Lehrer einstellen“, sagte Dulig. 722 zusätz­liche Stellen sollen geschaffen werden. Auch die Attrak­ti­vität des Grund­schul­leh­rer­be­rufs sei verbes­sert worden. Zudem würden Lehre­rinnen und Lehrern Anreize geboten, „dass sie freiwillig mehr arbeiten“. Rund ein Drittel der  32 000 Lehrkräfte in Sachsen arbeiten in Teilzeit. Die Koali­tion hatte sich in der Nacht auf das Paket verstän­digt. Verhand­lungen mit den Gewerk­schaften waren zuvor geschei­tert. Das Maßnah­men­paket war lange umstritten. Eigent­lich wollte das Kabinett es schon vor andert­halb Wochen beschließen. Das von Kurth  und Finanz­mi­nister Georg Unland und (beide CDU) vorbe­rei­tete Papier war jedoch bei der SPD auf Wider­stand gestoßen. Daraufhin waren die Verhand­lungen in einer Arbeits­gruppe mit den Regie­rungs­frak­tionen fortge­setzt worden. Gespräche der Regie­rung mit den Gewerk­schaften waren Ende September geschei­tert. (mit dpa)