So schlagen Kinder gegen das Leipziger Rathaus zurück
Mit ernster Miene schauen Ella (9), Otto (9) und Lennard (10) in die Kamera. Sie halten einen Flyer mit ihren Forderungen hoch: Mehr Grün für den grauen Leipziger Markt! Die drei stehen stellvertretend für den gesamten Hort an der Gießerstraße. Sie gehören zum Schülerparlament, der einen dementsprechenden Vorschlag beim Leipziger Kinderkongress gemacht hatte. Dort wurde er jedoch abgelehnt. Doch damit geben sich die Kinder nicht zufrieden ...
Warum mehr Grün auf dem Leipziger Markt?
„Ich habe mir viele Büsche, Bäume und Blumenkästen vorgestellt“, sagt der 10-jährige Lennard. „Und ich hätte gern noch einen Sonnenschutz für die Markt-Mitte.“ Auch Otto (9) wünscht sich vor allem mehr Grün: „Also mehr Pflanzen. Es ist mir eigentlich egal, welche Pflanzen. Und vielleicht noch einen Brunnen. Weil der Marktplatz eher so grau und schwarz ist. Das ist nicht so meins.“
Ella ergänzt: „Also ich wünsche mir, das wir da grüne Unterstände haben und wie Otto auch gesagt hat einen Brunnen. Und viele verschiedene Bäume. Weil wegen Klimaschutz und auch dem Ganzen.“
Die Ablehnung, die keiner versteht
„Also die anderen Horte beim Kinderkongress fanden die Ideen sehr gut“, erinnert sich Erzieher Danny Bergt. Vertreter der Stadt hätten ihre Ablehnung damit begründet, dass auf dem Markt oft Veranstaltungen stattfinden würden und er aus Belastungsgründen auch nicht dafür geeignet wäre. Mit Belastung war dabei der darunter verlaufende City-Tunnel gemeint.
Für Bergt klingt das wie eine Ausrede: „Wenn man bedenkt, dass der Weihnachtsmarkt und Konzerte dort auch stattfinden und viele 1000 Menschen sich dort sammeln, finden wir, dass Blumenkästen oder begrünte Pergula-Dächer oder Bäume den Markt nicht an seine Belastungsgrenze, also baulich gesehen, bringen werden.“ Man könnte ja zum Beispiel auch mit mobilen Sachen (z.B. Blumenkübel) arbeiten, die man für Veranstaltungen zur Seite schiebt. „Wir fanden es schade für die Kinder, weil sie sich verdammt viel Mühe gegeben hatten.“
Jetzt schlagen die Kinder zurück
Man habe die Kinder danach gefragt, ob sie das Thema trotzdem weiterverfolgen wollen. „Und dann kam die Idee mit der Petition. Von den Kindern“, so Bergt. Er und seine Kollegin Susanne Franke halfen bei der Erstellung. Mittlerweile wurde sie sogar schon positiv vom Petitionsausschuss der Stadt Leipzig behandelt und könnte demnach tatsächlich demnach zur Abstimmung in den Stadtrat gehen.
Hier kann man die Petition „Es braucht mehr Pflanzen auf unserem Marktplatz.“ übrigens nachlesen.
Lennard fasst es wie eine Profi-Politiker zusammen: „Also wir sind ja jetzt sozusagen der Nachwuchs. Wenn wir jetzt die Fehler ausgleichen, dann haben wir eine schönere Zukunft.“ Recht hat der Junge ...