Mehr Kriminalität in Sachsen
Die Kriminalität in Sachsen hat nach einem Rückgang 2015 im vergangenen Jahr wieder zugenommen. Steigerungen gab es vor allem bei Gewaltdelikten und Wohnungseinbrüchen, teilte Innenminister Ulbig am Mittwoch mit. Er legte die polizeiliche Kriminalstatistik vor - in der Auswertungen werden alle Delikte in Sachsen erfasst und einmal jährlich veröffentlicht. Demnach gab es über 324.700 Straftaten - ein Plus von fast 10.000 (2015: 314.800). Den Anstieg führt das Innenministerium vor allem auf die gewachsene Zahl von Straftaten durch Zuwanderer zurück. Demnach ist jeder zehnte Tatverdächtige ein Zuwanderer (10,2 %), im Vorjahr lag die Zahl noch bei 6,7 Prozent. Jede zweite Straftat wird laut Statistik aufgeklärt (55 Prozent). Hier finden Sie die detailierte Präsentation des Innenministeriums (PDF).Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegenIm Jahr 2016 ist die Anzahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Sachsen um zehn Prozent auf 4.684 (2015: 4.257) gestiegen. Die Aufklärungsquote lag bei knapp 20 Prozent. Die sächsische Polizei konnte insgesamt 834 Wohnungseinbrecher ermitteln. Das sind etwa drei Prozent mehr als noch 2015. Jeder fünfte Tatverdächtige war ein Ausländer. Die Personen stammten überwiegend aus Tunesien, Tschechien und Georgien.Innenminister Markus Ulbig: „Für Kriminelle gibt es keine Grenzen. Unser Fokus liegt deshalb auch weiterhin auf der innereuropäischen Zusammenarbeit. Den reisenden Einbrecherbanden wollen wir das Handwerk legen.“Kfz-Diebstähle weiter rückläufigSeit Oktober 2013 wird der Kfz-Diebstahl im Freistaat Sachsen durch eine„Sonderkommission Kfz“ (SoKo Kfz) beim Landeskriminalamt bearbeitet. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt, wie die rückläufigen Zahlen in den letzten zwei Jahren zeigen, hieß es.Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 2.886 Kfz-Diebstähle (2015: 3.087) Die Aufklärungsquote lag bei 26,4 Prozent.Innenminister Markus Ulbig: „Die sinkende Zahl von Autodiebstählen ist Ausdruck der weiter wachsenden Zusammenarbeit mit der Polizei in Polen und Tschechien. Auch der Erfolg der SoKo Kfz schlägt sich in den Zahlen nieder.“Anzahl der Crystaldelikte gesunkenIm Jahr 2016 ist die Zahl von Rauschgiftdelikten mit 9.819 nahezu konstant geblieben (2015: 9.834). Deutlich gesunken sind die Straftaten im Zusammenhang mit der Droge Crystal. Während in 2015 noch 4.225 derartigeDelikte registriert wurden, waren es 2016 insgesamt 3.706.Schwerpunkt polizeilicher Kontrollen sind insbesondere Händler- und Schmugglerstrukturen mit dem Ziel, möglichst viele Suchtmittel vom Markt fernzuhalten. So konnten im Jahr 2016 beispielsweise fast 15 Kilogramm Crystal und 114 Kilogramm Marihuana sichergestellt werden. Zu Beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Zahl der erfassten Drogendelikte immer stark mit dem Kontrolldruck zusammenhängt. Wird mehr kontrolliert, steigen Erfahrungsgemäß auch die Zahl der Drogendelikte.Innenminister Markus Ulbig: „Die sächsische Polizei wird ihre Aktivitäten zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität vor allem in den Großstädten intensivieren.“Gewaltkriminalität nimmt zuDie Zahl der Delikte im Bereich Gewaltkriminalität hat im vergangenen Jahr um 14 Prozent zugenommen und ist absolut auf 8.252 (2015: 7.085) gestiegen. Maßgebend sind insbesondere die Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Hier stieg die Anzahl auf 5.995 (2015: 5.055). Dazu beigetragen haben nicht zuletzt Auseinandersetzungen, die durch Zuwanderer verursacht wurden. Sie haben mit 1.242 Fällen mehr als 20 Prozent Anteil an allen qualifizierten Körperverletzungsdelikten.Die Mehrzahl der Tatverdächtigen im Bereich Gewaltkriminalität konnte durch die Polizei ermittelt werden. Die Aufklärungsquote lag bei rund 76 Prozent.Kriminalität an der sächsischen Außengrenze weiter rückläufigDie Kriminalität an der sächsischen Außengrenze ist weiter zurückgegangen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt 18.052 Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) registriert, 2015 waren es noch 20.250. Die Rückgänge betreffen die polnische und tschechische Grenze gleichermaßen.Wie im gesamten Freistaat Sachsen dominieren auch an der Grenze Diebstahlsdelikte. Sie nehmen mit knapp 42 Prozent etwas weniger als die Hälfte aller dort registrierten Straftaten ein.TatverdächtigeDie Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 93.340 Tatverdächtige, 1.123 weniger als 2015. Darunter befanden sich 18.395 nichtdeutsche Tatverdächtige (2015: 15.162). Mehr als die Hälfte der nichtdeutschen Tatverdächtigen (9.497) waren Zuwanderer (Asylbewerber, geduldete Ausländer, Kontingentsflüchtlinge, unerlaubt aufhältige Personen, international/national Schutzberechtigte und Asylberechtigte). Ihr Anteil an allen ermittelten Tatverdächtigen ist von 6,7 Prozent im Jahr 2015 auf 10,2 Prozent in 2016 angestiegen.Laut Statistik sind in Sachsen insgesamt 93.340 Tatverdächtige ermittelt worden, davon waren 18.395 (2015: 15.162) keine deutschen Staatsbürger. Davon wiederum waren 9.497 (2015: 6.283) der Tatverdächtigen Zuwanderer. Nach Angaben von Ulbig machen insbesondere Mehrfach- Und Intensivstraftäter dabei große Probleme. Ein Prozent der Zuwander seien demnach für 40 Prozent der Straftaten in dem Bereich verantwortlich.Politisch motivierte KriminalitätIm Bereich der politisch motivierten Kriminalität verzeichnete das Innenministerium 2468 Fälle -rechts (+53). Für den Bereich -links- wurden 671 Fälle registriert (-387). Die Aufklärungsquote in dem Bereich sank von 48,6 auf 40,4 Prozent. Die Zahl der Angriffe aus Asylunterkünfte hat laut Statistik im Winter 2015/2016 stark zugenommen, in den folgenden Quartalen sank die Zahl dieser Delikte wieder stark ab. 2015 wurden insgesamt 118 Fälle registriert, 2016 waren es 117.