Merkel in Zwickau: Keine Reichensteuer, kein einheitlicher Mindestlohn
Eigenverantwortung und Solidarität – dieses CDU-Credo hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Wahlkampfauftritt am Montagabend hervorgehoben. „Wir können nicht alles lenken und leiten, auch keine Arbeitsplätze schaffen. Aber wir können den Rahmen dafür herstellen.“
Unter dem Beifall der etwa 5.000 Besucher auf dem Hauptmarkt versprach die Parteichefin, sich in einer weiteren Amtszeit für eine Ausweitung des tariflichen Mindestlohns einzusetzen. Einer gesetzlichen Lohnuntergrenze von 8,50 Euro erteilte sie eine Absage. Auch eine Reichensteuer lehnte die Kanzlerin ab.
In ihrer knapp halbstündigen Rede streifte Merkel die Eurokrise, mahnte zur Solidarität mit Griechenland und hob die Bedeutung von Forschung und Entwicklung hervor. Deutschland stehe im harten Wettbewerb um innovative Ideen. Wenn das Land stark bleiben wolle, müsse es in Bildung investieren.
Merkel kam in Begleitung von CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Thomas de Maiziére. Der Verteidigungsminister äußerte sich nicht zu Vorwürfen, sein Ministerium plane nach dem Euro-Hawk-Desaster trotz erheblicher Zweifel ein weiteres milliardenschweres Rüstungsprojekt. Es geht um den Kauf von Helikoptern am Parlament vorbei.