- Demnächst sollen auch Raketen für Artillerie-Systeme in Leipzig gebaut werden (Symbolbild).
Messestadt als Waffenstadt - was Leipziger dazu sagen und welche Partei als bisher einzige dagegen ist
In Leipzig will eine weitere Rüstungsfirma wachsen. Nach einem amerikanisch-israelischen Konzern baut nun offenbar auch ein deutsches Start-up seinen Standort in der Messestadt aus. Medienberichten zufolge sucht das Unternehmen derzeit Personal in Leipzig. Vor Ort sollen vermutlich Prototypen für ein neuartiges europäisches Raketensystem (Artillerie, Reichweite etwa 100 Kilometer) entwickelt und getestet werden. Ziel sei es, bei der Rüstung unabhängiger von Herstellern außerhalb Europas zu werden.
Von der Stadt der friedlichen Revolution zur Stadt mit Raketenfabriken. Was die Leipziger dazu sagen - unsere Reporterin Clarissa Kunath hat sich am Montag dazu in der Leipziger Innenstadt auf der Straße umgehört. Die verschiedenen Stimmen dazu können Sie sich im Audio unter dem Beitrag anhören.
„Das ist der reinste Unsinn“
Nicht noch mehr Raketen aus Leipzig: Die sächsische AfD kritisierte am Montag die am Wochenende bekannt gewordenen Pläne der Rüstungsfirma aus Düsseldorf. „Mit deutschen Steuergeldern und deutschen Schulden Raketen für die Ukraine zu produzieren, ist der reinste Unsinn“, kritisiert der Landtagsabgeordnete und Leipziger OB-Kandidat Alexander Wiesner (37, AfD). „Eine solche Politik verlängert den Krieg und damit auch das sinnlose Sterben tausender Menschen. Statt immer neuer Rüstungsfabriken brauchen wir diplomatische Friedensinitiativen.“
Dass die Regierung damit die Wirtschaft ankurbeln wolle, wäre äußerst kurzsichtig und gefährlich. „Das Institut der deutschen Wirtschaft weist in einer aktuellen Studie nach, dass dieser Plan die Staatsverschuldung explodieren lässt, während 2029 durch Rüstung lediglich ein zusätzliches Wachstum von 0,04 Prozent zu erwarten ist.“ Der Wachstumseffekt würde also verpuffen, „während die Zinskosten durch die Decke schießen.“ Leipzig mache sich außerdem selbst zum Angriffsziel, „wenn eine Rüstungsfabrik nach der anderen eröffnet werden sollte.“
Erst Anfang Oktober war bekannt geworden, dass ein US-Unternehmen in der Stadt moderne Marschflugkörper bauen will.
