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  • Hugó hatte viel Spaß beim Interview!
  • Hugó bei seiner ersten WM in Kasachstan. Ohne Lebensmittelvergiftung ist er sich sicher: Er wäre viel weiter gekommen! Aber auch so ist er unter den Top 50 gelandet!

Mit 9 Jahren schon auf dem Weg zum Großmeister

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Die meisten Neunjährigen haben wahrscheinlich andere Sorgen: Hausaufgaben, Fußball, Playstation oder das nächste TikTok-Video. Hugó Keleti aus Leipzig beschäftigt sich dagegen ziemlich regelmäßig mit 64 Feldern und 32 Figuren.

Und das ziemlich erfolgreich.

Schon im vergangenen Jahr reiste Hugó als Achtjähriger zur Schach-Weltmeisterschaft nach Almaty in Kasachstan und vertrat Deutschland bei den FIDE World Cadet Chess Championships.

Inzwischen ist Hugó neun, trainiert intensiv und hat sich erneut für ein internationales Turnier qualifiziert. Im November geht es für ihn zur Jugend-Europameisterschaft nach Kreta. Sein persönliches Ziel? „Ich möchte irgendwann der beste Schachspieler der Welt werden.“

Training mit einem Großmeister

Unterstützt wird Hugó inzwischen von dem österreichischen Großmeister und ehemaligen Europameister Valentin Dragnev. Laut Hugós Vater trainiert der Neunjährige intensiv mit ihm. Dragnev traut seinem jungen Schüler eine außergewöhnliche Entwicklung zu: „Bei entsprechender Förderung könne Hugó bereits mit 13 bis 15 Jahren Großmeister werden.“

Auch beim Spielen gegen Erwachsene scheint Hugó keine großen Berührungsängste zu haben. Sein Talent zeigte sich bereits früh. 2025 berichtete der Deutsche Schachbund über seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Kasachstan; auch bei Nachwuchsturnieren in Sachsen konnte Hugó bereits vordere Plätze erreichen. Und seinen Vater, der ihn an das Spiel herangebracht hat? „Den schlag ich schon längst“ - grinst Hugó.

Und das Schachbrett bleibt längst nicht seine einzige Bühne: Hugós Familie dokumentiert seinen Weg inzwischen auch auf TikTok. Einzelne Videos erreichen laut der Familie bereits Zehntausende Aufrufe.

Der Weg zur Spitze kostet nicht nur Zeit

So viel Talent hat allerdings auch seinen Preis. Laut Hugós Vater finanziert die Familie seine Schachkarriere derzeit weitgehend selbst und investiert nach eigenen Angaben rund 20.000 Euro im Jahr in Training, Turniere und Entwicklung. Gerade internationale Wettbewerbe bringen zusätzliche Kosten mit sich. Gefördert wird der Sport leider nicht.

Für die anstehende Europameisterschaft auf Kreta hat die Familie deshalb erneut eine GoFundMe-Kampagne gestartet. Das Ziel: 4.900 Euro für Unterkunft, An- und Abreise, Start- und Organisationsgebühren sowie die sportliche Betreuung während der EM. 

Nächstes Ziel: Griechenland

Für Hugó geht es damit bald wieder ans Brett – diesmal auf Kreta. Und wer weiß: Vielleicht sitzt da gerade ein Neunjähriger vor seinem nächsten Gegner, der schon ein paar Züge weiter denkt als die meisten anderen. 

 

Audio:

Reporterin Clarissa Kunath hat sich mit dem Genie getroffen (und gegen ihn natürlich verloren).