Wirtschaft in Leipzig/Halle blickt pessimistisch in die Zukunft
Die Wirtschaft in der Region Leipzig-Halle schaut einer Konjunkturumfrage zufolge eher pessimistisch in die Zukunft. „Die Stimmung ist gestiegen, aber sie ist bei weitem nicht gut“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, Thomas Brockmeier. Demnach setzen die Nachwirkungen der Pandemie, vor allem aber die extrem gestiegenen Energiepreise den Betrieben zu.
Der Konjunkturklimaindex für Mitteldeutschland sei im Frühjahr im Vergleich zum Vorjahr um 11 Punkte gestiegen. Das Vor-Corona-Niveau sei aber noch weit entfernt. Der Index zeigt an, wie die Firmen ihre aktuelle Geschäftslage und ihre Aussichten beurteilen. Er wird von den Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern (IHK) aus Leipzig und Halle geführt.
Düster sind die Aussichten auf dem Bau. Wegen der sprunghaft gestiegenen Hypothekenzinsen sei die Nachfrage im privaten und teilweise auch im öffentlichen Sektor abgerissen. Die öffentliche Hand verschiebe Projekte in die Zukunft. Aus Sicht des Leipziger Handwerkskammerchefs Matthias Forßbohm ist das eine schlechte Idee: „Es wird alles, aber nicht billiger.“
Die Kammern fordern von der Politik, dass Hindernisse für eine stärkere Bautätigkeit beseitigt werden müssten. Genehmigungsverfahren müssten beschleunigt werden. „Es kann nicht sein, dass Genehmigungsverfahren für wichtige Bauprojekte wie Brücken mehrere Jahre dauern“, sagte Forßbohm. Instrumente wie ein Mietendeckel seien kontraproduktiv. Zudem schlagen die Kammern den Wegfall der Grunderwerbsteuer vor, um Anreize für selbstgenutztes Wohneigentum zu schaffen.
IHK-Chef Brockmeier kritisierte zudem eine Aufblähung des öffentlichen Dienstes. Es verschärfe den Fachkräftemangel in der Privatwirtschaft. „Wir brauchen Menschen an den Werkbänken, nicht in den Amtsstuben.“ (dpa)