Mord an Dolmetscher - Staatsanwalt Leipzig fordert zweimal lebenslänglich
Im so genannten Mordprozess ohne Leiche hat die Staatsanwaltschaft jetzt lebenslänglich für zwei der drei Angeklagten gefordert. Wie die LVZ berichtet, sieht es die Staatsanwaltschaft als erwiesen an, dass Mohammad A. den Ex-Freund seiner Freundin - einen Dolmetscher aus Chemnitz - aus Habgier getötet hat. Die Freundin und ihre Mutter sollen davon gewusst und die Tat gebilligt haben. Für die Tochter wird eine mildere Jugendstrafe gefordert - neuneinhalb Jahre Haft wegen Mordes. Der Prozess musste nach dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft unterbrochen werden, weil die Mutter einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Leiche des Opfers erst im März entdecktZunächst war der Fall als "Mord ohne Leiche" bekannt geworden. Im März hatte eine Forstmitarbeiterin in Sachsen-Anhalt dann zufällig die Leichenteile des 30-jährigen Opfers in einem Wald nahe Burg bei Madgeburg entdeckt. Der Prozess hatte im August 2016 begonnen. Auf der Anklagebank sitzen eine 18-jährige Syrerin, ihre 39 Jahre alte Mutter und der 22-jährige Freund der Tochter, Mohammad A. Das Trio soll den Ex-Freund der jungen Frau im Herbst 2015 gemeinsam umgebracht haben. Zudem wirft die Anklage ihnen vor, anschließend die Wohnung des 30-Jährigen ausgeräumt und sein Konto geplündert zu haben. Von dem Opfer fehlte allerdings zunächst jede Spur.