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Museen und Zoos vor Restart

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Bibliotheken, Museen und Zoos in Sachsen bereiten sich auf eine Wiedereröffnung am Montag vor. Die Museen der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen freuen sich auf die Rückkehr der Besucher am Montag. Vom Zwinger in Dresden über Schloss Moritzburg bis Burg Kriebstein gelten dabei: Mund-Nasen-Bedeckung sind Pflicht, der Mindestabstand beträgt 1,50 Meter. Außerdem bereiten sich Bibliotheken nach der Zwangspause auf Besucher vor, etwa die Stadtbibliothek in Annaberg-Buchholz. Und auch die Zoos in Dresden und Leipzig wollen ab Montag Besucher mit Online-Ticket wieder willkommen heißen.

Am Donnerstagabend hatte das Kabinett in Dresden weitere Schritte beschlossen, um Einschränkungen aufzuheben oder abzumildern. Am Montag treten sie in Kraft. Grundlage waren Abstimmungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Bedingung ist das Einhalten hygienischer Auflagen. Zur Vermeidung von Ansteckungen bleiben Kontakte weiterhin beschränkt.

„Um eine Ausbreitung des Virus zu reduzieren oder gar zu verhindern, gilt weiter die Aufforderung, auf private Reisen, Ausflüge und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten“, teilte die Regierung mit. Mund- und Atemschutz wird im öffentlichen Raum empfohlen, in Geschäften und im Nahverkehr ist er Pflicht. Gottesdienste sind nun für mehr als 15 Menschen erlaubt, Kundgebungen unter freiem Himmel für bis zu 50 Teilnehmer. Allerdings gilt auch hier ein Mindestabstand von eineinhalb Metern und eine Maskenpflicht.

Gedenkstätten, Bibliotheken, Archive, Museen, Ausstellungen, Galerien und Zoos dürfen wieder öffnen. Gleiches gilt für Spielplätze - wenn ein Hygienekonzept vorliegt. Auch Außensportstätten sind zur Nutzung wieder zugelassen, wenn Regeln und Hygiene eingehalten werden. Vorgaben für Geschäfte und Dienstleister gelten weiter. Einkaufszentren müssen in Kooperation mit dem Gesundheitsamt Konzepte vorlegen. Möbelhäuser dürfen öffnen, genau wie Friseure. Gaststätten und Hotels bleiben zu. Dauercamping ist erlaubt.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) stellte klar, dass noch viel Geduld vonnöten ist. „Die Erwartung, dass wir in einigen Tagen oder Wochen Veranstaltungen mit 100, 200 oder 300 Menschen haben, die können wir so nicht nähren. Dem muss man entgegentreten. Das Ganze funktioniert derzeit so gut, weil die Menschen in Deutschland sehr diszipliniert sind“, verteidigte er die Lockerungen. Es sei aber klar, dass sie zu einer Zunahme von Infektionen führen werden, auch wenn der Sommer die Ausbreitung des Virus dämpfe.

Die Grünen begrüßten die Lockerungen: „Wir müssen die Eindämmung der Pandemie und den Erhalt unserer Grundrechte unter einen Hut bekommen. Die neue Rechtsverordnung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein Gewinn für unsere Demokratie in Zeiten der Krise“, sagte Parteichefin Christin Furtenbacher.

Kritik gab es von der FDP: „Es fehlt weiterhin an einer klaren Perspektive, in welchen Schritten wieder Normalität ins Wirtschaftsleben einkehren soll. Das betrifft insbesondere die Wirtschaftszweige, die praktisch vollkommen lahmgelegt sind, beispielsweise stationäre Gastronomie und Touristik“, erklärte der Dresdner FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst.