Abgebrannter Vierseitenhof war 200 Jahre alt: Eine Familie hat alles verloren
Es riecht verbrannt, überall liegen Trümmer herum. Feuerwehrleute wuseln eifrig mit Baggern dazwischen, haben bereits mit dem Aufräumen begonnen. Der Großbrand in Dorf Motterwitz, einem nur knapp 100 Einwohner zählenden Ortsteil von Grimma, hat das Leben einer Familie komplett auf den Kopf gestellt.
Feuerwehr kämpfte um das letzte Haus
Das Drama begann Montagabend. „Wir wurden gegen 21.30 Uhr alarmiert“, berichtet Einsatzleiter Rico Schneider von der Freiwilligen Feuerwehr Zschoppbach. Mit letztlich über 150 Kameraden eilt er zu dem brennenden Vierseitenhof. „Als wir eintrafen, standen bereits drei der vier Gebäude in Flammen.“ Es gelingt ihnen, zumindest eins der beiden Wohnhäuser zu retten. Die Löscharbeiten dauern bis zum Dienstagmorgen. Unter den drei abgebrannten Gebäuden befinden sich zwei Scheunen.
Ein Familien-Drama
In den etwa 200 Jahre alten Gemäuern lebten zwei Brüder (55, 65), die in einem Haus schräg gegenüber aufwuchsen. Sie übernahmen den Hof schon vor Jahrzehnten, sanierten ihn und wohnten dort zuletzt in zwei Wohnhäusern mit ihren Frauen. Alle konnten sich unverletzt ins Freie retten. Sie sind vorerst bei einer Schwester im nahen Zschoppbach untergekommen. Auch die zum Hof zählenden Hühner und Schafe haben den Großbrand offenbar alle überlebt, wie die Polizei auf Nachfrage erklärte.
Wie kam es zu dem Großbrand?
Laut Polizei sei die Brandursache noch völlig unklar. „Brandursachenermittler sind vor Ort“, erklärte eine Sprecherin am Dienstag. Der Schaden wurde zunächst auf etwa eine halbe Million Euro geschätzt. Die Stadt Grimma schätzt ihn sogar auf rund 600.000 Euro. OB Matthias Berger erklärte dazu: „Eine Spende kann für die Betroffenen ein Lichtblick in der Dunkelheit sein und zeigt die Stärke unserer Gemeinschaft.“
Ausgebrochen ist das Feuer womöglich in einer der beiden zum Vierseitebhof zählenden Scheunen, wie Anwohner erzählen - und die Polizei am Montagnachmittag auch bestätigte. „Von dort breitete es sich dann auf die anderen Gebäude aus“, sagt eine Nachbarin. „Während des Brandes krachte es immer wieder. Es klang total unheimlich. Zum Glück hat der Wind die Funken nicht auch noch zu uns geweht.“
Die Stadt Grimma hat ein Spendenkonto eingerichtet
IBAN DE 28 8605 0200 1010 0000 60
BIC: SOLADES1GRM, Sparkasse Muldental
Empfängerin: Stadt Grimma
Betreff: „Brand Motterwitz“