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  • Die Universität Leipzig am Augustusplatz.

Nach Radio-Leipzig-Anfrage: Uni widerruft Genehmigung für Palästina-Propaganda

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Rolle rückwärts bei der Uni Leipzig: Rektorin Eva Inés Obergfell hat am Montag die Genehmigung für eine für morgen geplante Veranstaltung der Gruppe „Students for Palestine“ in Hörsaal 8 zurückgezogen. Die Arbeitsgemeinschaft des Studentenrates hatte in einen Hörsaal eingeladen, um dort mutmaßlich ein Verbot der Zusammenarbeit mit israelischen Unis beschließen zu lassen - bzw. eine Zusammenarbeit zu boykottieren. 

Rektorin erklärt den Rückzug der Genehmigung

Für eine parteiische Stellungnahme und Absicht, die Wissenschaftsfreiheit einzuschränken, sei an der Leipziger Uni kein Platz, hieß es nun plötzlich auf Nachfrage unseres Senders. „Hier war eine Neubewertung erforderlich“, erklärt Obergfell. 

Zwar sei Meinungsaustausch wichtig, weswegen es auch Raumüberlassungen an die Gruppe gegeben habe. Aber: „Wir mussten dann in den vergangenen Tagen zur Kenntnis nehmen, dass die Versammlung genutzt werden soll, um einen gegen die erklärte Universitätspolitik gerichteten Boykottaufruf zu unterstützen und dass eine Abstimmung geplant wurde über das Fortbestehen unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen in Israel.“

Die Beschlüsse würden dann angeblich den Willen der Leipziger Studenten widerspiegeln, wie es in sozialen Netzwerken heißt. „Dagegen verwahren wir uns.“ Es würde sich mitnichten um eine Vollversammlung aller Studenten handeln. „Für seine solche Veranstaltung ist an unserer Universität kein Platz.“ Das sei der akademischen Gemeinschaft nicht zuzumuten. „Ein Boykott israelischer Universitäten kommt für uns nicht in Frage“, so Obergfell weiter.