Nach Schüssen in Eisenbahnstraße - keine Angaben zu Hintergründen
Nach den tödlichen Schüssen in der Eisenbahnstraße äußert sich die Leipziger Staatsanwaltschaft nicht zu den möglichen Hintergründen. Zudem gebe sie auch keine Auskunft zur Identität des Getöteten und der beiden Verletzten. Fest steht bisher nur, dass ein Mitglied der Rockerbande Hells Angels am Samstag auf offener Straße auf Angehörige der verfeindeten United Tribuns geschossen hat. Einer davon erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass er wenig später im Krankenhaus verstarb. Gegen den festgenommenen 30-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Rocker in SachsenIm Lauf der vergangenen Jahre haben verschiedene Rockerclubs versucht, in Sachsen feste Gruppen einzurichten. Einige hatten Erfolg, andere lösten sich auf - und ein Club wurde vom Bundesinnenministerium verboten. Die Hells Angels haben in Sachsen seit Ende der 2000er Jahre in Dresden und Leipzig so genannte Charter. Im Juni 2014 verbot Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) den Mitgliedern der Hells Angels, ihre Kennzeichen - den so genannten „Deathhead“ und den Namensschriftzug - zu tragen. Der Bundesgerichtshof urteilte im Juli 2015 jedoch, dass ein generelles Verbot unzulässig ist. Die Blood Red Section Plauen wurde am 8. Januar 2010 als eigenständiges Charter des Blood Red Section MC gegründet. Die Untergliederungen der Blood Red Section gelten als Unterstützer der Hells Angels. Zu weiteren Unterstützern der Hells Angels zählen in Sachsen die Mitglieder des Red Devils MC. Die United Tribuns eröffneten im Mai 2016 ihr erstes Clubhaus in Sachsen - in der Eisenbahnstraße in Leipzig, wo am Wochenende die Schüsse fielen. Iron City nennt sich der örtliche Ableger, der noch als Probe-Chapter gilt. Die United Tribuns drängten aus Süddeutschland in andere Länder. Sie bezeichnet sich selbst als eine Vereinigung aus Bodybuildern, Kampfsportlern und Türstehern. Der Verfassungsschutz in Sachsen beobachtete im vergangenen Jahr laut Verfassungsschutzbericht die Brigade 8. Dabei handelt es sich um eine bundesweit organisierte rechtsextremistische Rockervereinigung, die in Sachsen jeweils ein Chapter in Weißwasser und in Leipzig unterhielt. Auch die Bandidos versuchten, sich in Sachsen festzusetzen. 2008 wurde in Leipzig ein Chapter gegründet, 2009 ein weiteres in Dresden. Die Hells Angels nutzten die Gründungsfeier des Leipziger Bandidos-Ablegers zu einer Machtdemonstration: Rund 100 „Höllenengel“ vor allem aus Berlin und Brandeburg postierten sich rings um eine Kneipenmeile in der Innenstadt. Die Bandidos-Ortsgruppen lösten sich nach kurzer Zeit selbst wieder auf. Der Rockerclub Gremium MC Sachsen ist seit Anfang des Jahres endgültig verboten. Der Regionalverband verfolgte Ziele, die gegen die Strafgesetze verstoßen, urteilte das Bundesverwaltungsgericht. Auch die drei Chapter Dresden, Plauen und Chemnitz habe das Bundesinnenministerium 2013 zu Recht verboten, meinten die Richter. Das gleiche gelte auch für die Supportergruppierung Härte Plauen.