Neue Genesenen-Regelung: Was gilt bei gebuchtem Urlaub?

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Seit Samstag fallen einige Corona-Genesene quasi über Nacht aus der 2G-Regel. Hintergrund ist die Entscheidung vom Bund, den Genesenen-Status von sechs auf drei Monate zu verkürzen.

Das Robert-Koch-Institut begründet die Entscheidung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach nur Genesene gegen Omikron deutlich zu wenig geschützt sind.

Ein Problem haben jetzt Menschen, die nur genesen sind und Urlaub in einem Hochrisikogebiet gebucht haben. Und zwar wenn sie akut aus dem Genesenenstatus fallen - also der positive PCR-Test gerade drei Monate zurückliegt.

In Hochrisikogebieten - das sind Stand jetzt alle Nachbarländer von Deutschland - gelten bestimmte Regeln, wenn man wieder nach Deutschland zurück möchte. Ist man geimpft oder genesen, gibt es keine Einschränkungen. Wenn nicht, muss man zehn Tage in Quarantäne, nach fünf darf man sich freitesten. Und nicht jeder Arbeitgeber kann Homeoffice garantieren.

Zusätzlich bieten viele größere Anbieter Stornierungsfristen von mindestens einer Woche und nicht 48 oder 24 Stunden.

Gibt es eine Lösung für Menschen, die Urlaub gebucht haben und nicht stornieren können oder ins Homeoffice dürfen?
 
In Sachsen gibt es aktuell eine Lösung – aber nur für bereits doppelt Geimpfte, die auch Corona durchgemacht haben. Die müssen nämlich erstmal gar nichts tun. Ein Sprecher vom sächsischen Gesundheitsministerium erklärte unserem Sender, dass eine doppelte Impfung plus Genesung aktuell wie eine Booster-Impfung zählt. Diese Regelung kann sich aber schnell wieder ändern.

Alle, die ungeimpft und nur genesen waren und nun durch die neue Regelung akut ihren Status verloren haben, können sich zwar noch kurzfristig impfen lassen – gelten dann aber erst zwei Wochen nach der Impfung wieder als 2G. Für sie gibt es keine schnelle Lösung.

Kann man sich jetzt nicht einfach zwei Wochen bevor der Genesenenstatus abläuft, impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Impfung generell erst drei Monate nach einer Infektion. Man müsste sich also entgegen der Empfehlung früher impfen lassen wollen, und man muss dann einen Arzt finden, der das macht.

Sind von Seiten des Gesundheitsministeriums Übergangslösungen geplant?

Die Gesundheitsministerkonferenz hat den Bund bereits darum gebeten, für genau so einen Fall eine Sonderregelung oder verlängerte Fristen zu gewähren.

Ob der Bund das macht und wann das durchgesetzt würde, ist noch vollkommen unklar.