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NSU-Prozess bis 14. Mai unterbrochen

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Der NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlan­des­ge­richt (OLG) ist wegen der nötigen Entschei­dung des Senats über Befan­gen­heits­an­träge bis zum 14. Mai unter­bro­chen. Das sagte der Vorsit­zende Richter Manfred Götzl am Montag. Er schloss damit die Verhand­lung für den ersten Tag. Die Termine an diesem Dienstag und Mittwoch entfallen. Zuvor hatten die Vertei­diger der Haupt­an­ge­klagten Beate Zschäpe sowie des Angeklagten Ralf Wohlleben Befan­gen­heits­an­träge gegen den Vorsit­zenden Richter gestellt. Wohlleben lehnte zudem auch zwei weitere Richter wegen Besorgnis der Befan­gen­heit ab. Der rechts­ex­tremen Terror­zelle „Natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Unter­grund“ (NSU) werden Morde an neun türkisch- und griechisch­stäm­migen Klein­un­ter­neh­mern sowie einer Polizistin zugeschrieben. Die Haupt­an­ge­klagte Beate Zschäpe muss sich als Mittä­terin verant­worten. Mit ihr stehen vier mutma­ß­liche Helfer vor Gericht.

Rund 80 Angehö­rige und Opfer sind als Neben­kläger zugelassen, sie werden von rund 60 Anwälten vertreten. Der Prozess gilt als einer der bedeu­tendsten in der Geschichte der Bundes­re­pu­blik. Er begann wegen eines Streits um die Presse­plätze mit knapp dreiwö­chiger Verzö­ge­rung.

Mit fast halbstün­diger Verzö­ge­rung betrat um 10.24 Uhr der OLG-Senat unter Vorsitz von Manfred Götzl den Saal, um 10.26 Uhr schlossen sich die Türen. Kurz vor Beginn des Prozesses waren die Angeklagten in den Gerichts­saal geführt worden. Mit Akten­de­ckeln und Kapuzen schützten sich zwei von ihnen vor dem Blitz­licht­ge­witter der Fotografen. Die Haupt­an­ge­klagte Zschäpe wurde ohne Handschellen in den Gerichts­saal geführt und unter­hielt sich mit ihren Anwälten.

Zum Prozess­auf­takt demons­trierten mehrere Gruppen rund um das Gerichts­ge­bäude gegen Rassismus und rechte Gewalt, unter ihnen Vertreter türki­scher Verei­ni­gungen. Zahlreiche Besucher waren bereits am frühen Morgen zum Gericht gekommen, um einen Platz im Saal zu bekommen. Etwa 500 Polizisten sollten einen störungs­freien Prozess­auf­takt garan­tieren.