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Wegen AfD-Rede: Freital sagt Holocaust-Gedenkfeier ab

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Die offizielle Kranzniederlegung zum „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ in Freital für Samstag ist abgesagt. Das hat Oberbürgermeister Uwe Rumberg am Freitagvormittag bekannt gegeben. Zuvor hatte der vorgesehene Redebeitrag der AfD-Fraktion des Stadtrates eine bundesweite Debatte ausgelöst.

Laut OB Rumberg gab es daraufhin diffuse Bedrohungen und Beschimpfungen gegenüber Teilnehmern und auch unbeteiligten Mitarbeitern im Rathaus. Er sehe die Gefahr, dass die Sicherheit der Veranstaltung und der Teilnehmer nicht zu gewährleisteten ist. „Um Schaden von der Veranstaltung und dem aufrichtigen Erinnern abzuwenden habe ich entschieden, den Termin abzusagen. Das ist traurig, aber aus meiner Sicht das Vernünftigste“, erklärte der Oberbürgermeister.

Rumberg wird stattdessen im Laufe des Gedenktages im Stillen einen Kranz am Denkmal niederlegen und der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedenken.

Zum Hintergrund: Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. 

In Freital wechseln sich nach Angaben der Stadt seit Jahren die Stadtratsfraktionen bei den Reden am Holocaust-Gedenktag ab. In diesem Jahr wäre demnach turnusmäßig die AfD an der Reihe gewesen. Der Ältestenrat hatte dies in einer Sondersitzung am Montag bestätigt. Die AfD in Sachsen wird vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft.

Scharfe Kritik an dem Vorhaben gab es etwa vom Internationalen Auschwitz Komitee. Für Überlebende des Holocausts wirke dies schamlos und makaber, hatte Vizepräsident Christoph Heubner erklärt. Vertreter der AfD hätten die Verbrechen der Nazijahre wiederholt bagatellisiert und für irrelevant erklärt. Linke, SPD und Grüne in Freital hatten sich ebenfalls distanziert und einen „demokratischen Spaziergang“ samt Lesung als Reaktion darauf angekündigt. (mit dpa)